Passivhauspremiere für Dornbirn

Mit der Ausweichschule Fischbachgasse hat die Stadt Dornbirn ein besonderes Schulgebäude errichtet und die erste Passivhauszertifizierung in ihrem Gebäudepark erlangt.

Stadt Dornbirn
Beim Kommunalgebäudeausweis (KGA) erreichte das Gebäude 965 von 1.000 Punkten, was eine ausgezeichnete Nachhaltigkeitsperformance bedeutet.

Die Ausweichschule Fischbachgasse setzt neue Maßstäbe in nachhaltiger Schularchitektur. Mit ihrer energieeffizienten Bauweise, der Zertifizierung nach Passivhauskriterien, Verwendung umweltverträglicher Materialien und innovativen Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung ist sie ein Vorbild für zukünftige Bauprojekte in der Region und darüber hinaus. 

Die neue Schule in der Fischbachgasse ist ein besonderes Projekt – auch für die bauerfahrene Stadt Dornbirn: als Ersatz für die durch eine Gasexplosion zerstörte Ausweichschule könnte sie auch Ausweichstandort für jene Schulen sein, die im Laufe der nächsten Jahre generalsaniert und dafür geräumt werden müssen. 

Kompakte und kosteneffiziente Bauweise

Das Gebäude wurde in optimierter Elementbauweise errichtet, bei der eine einheitliche Fensterrahmengrößen verwendet wird. Diese Bauweise ermöglicht eine einfache Montage und eine entsprechende Kosteneffizienz. Der Bau wurde sehr kompakt auf der vorhandenen Bodenplatte errichtet. Ein ausgewogener Fensterflächenanteil sorgt für gute Tageslichtnutzung und helle, angenehme Innenräume.

Nachhaltigkeit durch Holz und Passivhausstandard

Ein wesentlicher Aspekt ist der geringe ökologische Fußabdruck. Das Gebäude besteht zu einem hohen Anteil aus Holzkonstruktionen, was den CO₂-Ausstoß reduziert und die Nachhaltigkeit fördert. Die Gebäudehülle wurde mit Passivhauskomponenten umgesetzt, wodurch hohe Energieeffizienz, geringe Betriebskosten und maximale Behaglichkeit garantiert werden. Die Beheizung erfolgt umweltfreundlich über Fernwärme aus Biomasse. Im Sommer kann das Gebäude ohne aktive Kühlung betrieben werden.

Stadt Dornbirn
Auf dem Gründach wurde eine Photovoltaik-Anlage mit 54 kWp installiert, die einen großen Anteil des benötigten Strombedarfs liefert.

Erneuerbare Energien und Innenraumqualität

Auf dem Gründach wurde eine Photovoltaikanlage mit ca. 54 kWp installiert, die einen bedeutenden Anteil des benötigten Strombedarfs liefert. Für eine optimale Innenraumluftqualität sorgt eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Bei der Auswahl der verwendeten Baustoffe wurde konsequent auf schadstoffarme Materialien gesetzt, was zu ausgezeichneten Innenraumluftmesswerten führt: Über 90 % der üblichen baubedingten Schadstoffemissionen konnten vermieden werden. Damit wird ein gesundes Raumluftklima für Kinder und Pädagogen gewährleistet.

Stadt Dornbirn
Bei der Gestaltung des Außenbereichs wurde auf naturnahe Flächen und maximale Versickerungsfähigkeit geachtet.

Nachhaltige Außenraumgestaltung und Mobilität

Auch außerhalb des Gebäudes ließ die Stadt Umsicht walten: Die Photovoltaikanlage wurde mit einer Dachbegrünung kombiniert, die Außenflächen wurden naturnah gestaltet, die Versickerungsfähigkeit von Niederschlagswasser wurde auf ein Maximum ausgelegt. Zudem wurden Fahrradabstellplätze sowie eine Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge geschaffen, um umweltfreundliche Mobilität zu fördern.

Klimafolgenanpassung und Zertifizierung

Das Projekt leistet Beiträge zur Klimafolgenanpassung durch naturnahes Bauen und nachhaltiger Wasserbewirtschaftung. Beim Kommunalgebäudeausweis (KGA) erreichte das Gebäude 965 von 1.000 Punkten, was eine ausgezeichnete Nachhaltigkeitsperformance bedeutet. Das Gebäude wurde erfolgreich und als erstes im Gebäudepark der Stadt Dornbirn nach den Passivhauskriterien zertifiziert, was die hohe Qualität und Zukunftsfähigkeit bestätigt.

Factbox - Ausweichschule Dornbirn, Fischbachgasse 1

  • Architektur und Planung: Amt der Stadt Dornbirn
  • Haustechnik: ibee GmbH, Walter Bösch GmbH & Co KG
  • Energieberatung: vdk bauphysik gmbh
  • Heizen: Heizwärmebedarf 10 kWh/m²a
  • Luftdichtheit: n50 = 0,1  1/h
  • Erneuerbare Energie (PER): 59 kWh/m²a
  • KGA-Bewertungspunkte: 965 (von 1000) Punkten

Text: Angelika Rettenbacher, Energieberatung und Gebäudetechnik

veröffentlicht 25.02.2026 , zuletzt geändert 27.02.2026