Bewegung kommt ins Tal
Im Biosphärenpark Großes Walsertal war der öffentliche Verkehr lange Zeit nur bedingt alltagstauglich. Seit Mitte Dezember 2025 gibt es Bewegung im Tal – mit deutlichen Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Eine neue Kampagne rückt die verbesserten Angebote für unterschiedliche Zielgruppen ins Blickfeld – mit Spots und Plakaten und einer gehörigen Portion Witz und Charme.
Weite Wege, eine schlechte Grundversorgung, kein eigener Bahnanschluss – bislang war das private Auto im Großen Walsertal oft die einzige praktikable Option und der Bedarf für Verbesserungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln dementsprechend hoch. So konnte ein Bus die Fahrgäste zwar in der Früh aus dem Tal befördern, am Abend fehlte jedoch eine passende Verkehrsverbindung retour.
Seit Mitte Dezember 2025 gibt es Bewegung im Tal – mit dichteren Intervallen, zusätzlichen Verbindungen und Anschluss an die Bahnhöfe Ludesch und Nenzing. Frühere Busse sollen den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung erleichtern, spätere Verbindungen ermöglichen wiederum die Heimfahrt nach längeren Arbeitstagen oder Veranstaltungen.
Auch individuelle Mobilitätslösungen gefragt
Bereits im Jahr 2021/22 hat die Regio Walsertal eine Mobilitätsbefragung durchgeführt. Dabei konnten Einheimische, Pender*innen und Gäste ihre Erfahrungen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge einbringen. Im Großen Walsertal gibt es circa 3.500 Einwohner*innen. Davon sind 1.300 Pendler*innen, rund 30 Prozent fahren allein im Auto zum Arbeitsplatz. Dies zeigt das große Potential für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder Fahrgemeinschaften.
Mitfahrbänkle und Mimo-App
Ziel ist es, die umweltfreundliche Mobilität für unterschiedliche Zielgruppen im Alltags-, Berufs- und Tourismusverkehr attraktiver zu gestalten und den motorisierten Individualverkehr weiter zu reduzieren. Bislang wurden unterschiedliche ergänzende Mobilitätsangebote in der Praxis erprobt, wie das „Mitfahrbänkle“ für spontane Fahrgemeinschaften im Jahr 2021/22. Mit „mimo“ wurde erst kürzlich ein neues innovatives Projekt lanciert. Mimo ist eine neue App für gemeinschaftliches Autoteilen, die vom Biosphärenpark Großes Walsertal in Kooperation mit scale.out entwickelt wurde und interessierten Nutzer*innen kostenlos zur Verfügung steht. Damit sollen zum Beispiel Familien, Freunde oder Nachbarn einfach und unkompliziert ihr Auto miteinander teilen können. Das Projekt ist auch für andere Regionen und Gemeinden in Vorarlberg übertragbar und wurde für den VCÖ-Preis 2026 in der Kategorie „sharing mobility“ nominiert.
„Film ab“ für die neue Mobilitätskampagne
„Der Bus fährt jetzt – früher, besser, später, öfter“. So lauten die sympathischen Botschaften und Claims der aktuellen Mobilitätskampagne in Großen Walsertal, um die neuen verbesserten Angebote unterschiedlichen Zielgruppen in der Bevölkerung näherzubringen und sichtbar zu machen. Es hat sich gezeigt, nicht alle wissen um das neue Busangebot seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 Bescheid. Mit bunten Plakaten und witzigen Kurzfilmen wird öffentliche Mobilität unkompliziert, alltagsnah und nicht zuletzt mit einem Augenzwinkern präsentiert – um Lust darauf machen, die neuen Möglichkeiten einfach einmal auszuprobieren.

Hier kannst du dir die Spots ansehen (instagram Agentur zeughaus)
Zukunftsbild Mobilität Großes Walsertal
Im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion wurde in den vergangenen Jahren intensiv an der Weiterentwicklung der Mobilität im Großen Walsertal gearbeitet. Neben der kontinuierlichen Stärkung des öffentlichen Verkehrs liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Entwicklung eines bedarfsgerechten On-Demand-Mobilitätsangebots. Die Vision ist, die bestehende Grundversorgung durch den öffentlichen Verkehr mittelfristig um ein flexibles Mobilitätssystem zu ergänzen, das sich stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Ein wesentlicher Ansatz dabei ist die intelligente Verknüpfung von Personen- und Güterverkehr. Dadurch sollen bestehende Ressourcen effizienter genutzt, zusätzliche Mobilitätsangebote geschaffen und gleichzeitig Wege gebündelt beziehungsweise vermieden werden. Um dieses innovative Mobilitätskonzept weiterzuentwickeln und dessen Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen, wurde ein Förderprojekt im Rahmen der Förderschiene „Ländliche Innovationssysteme“ eingereicht.






