Live im Betrieb PV und Dachbegrünung bei der Feuerwehr Lustenau

Photovoltaik-Anlagen sind heute leistbar und eine gute Möglichkeit, eigenen Strom zu produzieren und selbst zu nutzen. Die Anlage der Feuerwehr in Lustenau ist seit drei Jahren in Betrieb – erfolgreich, wovon sich die Besucher*innen von Live im Betrieb selbst überzeugen konnten.

Für die Gemeinde Lustenau sind PV-Anlagen kein Neuland. „Es hat sich sozusagen schon eingebürgert, auf Schulen und anderen öffentlichen Bauten Photovoltaik-Anlagen zu installieren“, weiß Markus Kadinger von der Bauabteilung der Gemeinde Lustenau. So wurde auch das neue Gebäude der Feuerwehr vor drei Jahren mit einer 78 kWp Anlage ausgestattet.

Insgesamt 120.000 Euro wurden darin investiert. “In 11 Jahren sollte sich die Anlage amortisiert haben“, so Kadinger. “Wir benötigen etwa ein Viertel des produzierten Stroms selbst, da untertags im Feuerwehrhaus wenig los ist.“ Der Rest werde eingespeist.


150 PV-Module auf begrüntem Dach

Die 150 Module stehen auf einem begrünten Dach. “Als e5-Gemeinde haben wir uns für das Gründach entschieden.“ Nach drei Jahren Erfahrung zeige sich, dass die PV-Anlage mit etwas höherem Abstand zur Grünfläche gelegt hätte werden sollen. „Das wäre besser für die Pflanzen, die dann auch darunter wachsen könnten.“ Dennoch ist das Dach ein Paradies für Insekten, wie sich bei der Dachbegehung eindrücklich zeigte.

Egal ob Eigeninvest oder Contracting – PV Anlagen sparen Geld

Helmut Burtscher, Leiter Gebäudetechnik und Energieservice illwerke vkw, weiß, daß der effiziente Umgang mit Energie für Unternehmen ein wesentlicher Erfolgsbaustein ist. Aus den 10 Jahren PV-Aktivität der illwerke vkw hat sich ein breiter Erfahrungsschatz gebildet, worauf Unternehmen achten müssen, wenn sie ihre eigene Anlage errichten wollen. Denn mit den PV-Modulen alleine ist es noch nicht getan. Burtscher teilt sein Know-How mit den Anwesenden. Unter anderem gilt es zu beachten:

  • Statik des existierenden Daches prüfen. Das Mehrgewicht durch die PV-Anlage muss getragen werden können.
  • Zustand der Dacheindeckung (Dichtheit) vom Dachdecker prüfen lassen und den Blitzschutz nicht vergessen.
  • die Planung durchführen: Ausrichtung, Neigung, Fläche, Verschattung ergeben die Menge des erzeugten Stromes und wie sich das über den Tag und das Jahr verteilt. So werden heute oft Ost-West-Ausrichtungen gebaut, damit man gleich am Morgen guten Ertrag hat und nicht alles am Mittag erzeugt wird, wo man durch die Mittagspause aber nur reduzierten Betrieb hat und den Strom nicht selber verbrauchen kann.
  • Jetzt steht fest, wieviel Strom ins Netz eingespeist werden wird. Das ist mit dem Netzbetreiber zu klären, damit die Hausanschlusskabel auch dafür ausgelegt sind. Achten Sie speziell darauf, dass ab Wechselrichtergröße von 30kVA sowie über 250kVA gesonderte Kosten für verpflichtende Blindstromwandlermessung bzw. einen Smart-Grid-Schrank anfallen.
  • Förderung und Finanzierung klären
  • Bewilligungen mit Gemeinde und BH checken. Dafür sind einige Unterlagen wie Lagepläne, Brandschutz, Elektrotechnik, Arbeitnehmerschutz (Dachaufstieg, Seilsicherung) notwendig.
  • Schlussendlich Ausschreibung, Vergabe und Umsetzung. Dieser Schritt wird abgeschlossen durch die Fertigstellung, Meldung an Netzbetreiber und Förderstelle.

Ist die Anlage einmal in Betrieb, so gilt es sie im Auge zu behalten. Monitoring, Wartung und Reinigung gehören ab jetzt zu den neuen Aufgaben des Hauswartes.

Wer sich das alles nicht selber antun will, kann auf das Contracting-Angebot der illwerke vkw zurückgreifen: Ein Rundum-Paket, in dem alle obigen Punkte plus Wartung und Reinigung inkludiert sind. Die illwerke vkw bezahlen beispielsweise eine 80 kWp PV-Anlage, der Kunde zahlt eine monatliche Rate von ca. 430 Euro und kann den Strom der Anlage 20 Jahre lang vollumfänglich nutzen – danach geht die Anlage per Abschlagszahlung ins Eigentum des Kunden über. „Das bringt dem Kunden durchschnittlich eine Einsparung von knapp 4.000 Euro im Jahr“, erklärt Burtscher. Alle Aufwände und Risiken rund um den Bau und den Betrieb der PV-Anlage liegen bei der illwerke vkw.

Helmut Burtscher: „Die Amortisationszeit von PV-Anlagen ist Dank der Förderungen noch immer am Sinken – heute kann man von rund sieben Jahren ausgehen.“


Wichtiger Schritt zur Energiewende: das EAG


Das Thema PV-Anlagen erhält dank des Erneuerbare Ausbau Gesetz EAG, das im Juni im Nationalrat beschlossen wurde, einen großen Schub. Wilhelm Schlader vom Energieinstitut Vorarlberg informierte als dritter Referent bei Live im Betrieb über das neue Gesetz.
Ziel der Bundesregierung ist es, die Stromversorgung bis 2030 von aktuell 50 auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen. Das EAG schafft dafür die neuesten Anreize, zum Bsp. mittels sogenannten Erneuerbaren Energiegemeinschaften.

Erneuerbare Energiegemeinschaft EEG

Mittels Erneuerbaren Energiegemeinschaften können sich Privatpersonen, Gemeinden und auch Betriebe zum Zwecke der Stromerzeugung, dessen Verkaufs untereinander, sowie dessen Verbrauchs und Speicherung, zusammenschließen.

Das ist eine revolutionäre Änderung! Jeder kann Strom erzeugen und über das öffentliche Stromnetz an Nachbarn liefern, die ihn dann verbrauchen.

Dabei werden die Messdaten, wer wann wieviel Strom geliefert und von wem dieser verbraucht wurde, vom jeweiligen Netzbetreiber gratis der Energiegemeinschaft zur Verfügung gestellt. Den Verrechnungstarif des Stromes kann die Energiegemeinschaft frei miteinander vereinbaren.

„Somit rentiert es sich für jeden Dachbesitzer, die maximale PV-Fläche zu installieren“, so Schlader. „Einen Teil verbraucht man selber, den Rest verkauft man in die EEG.“

Unter https://energiegemeinschaften.gv.at sind weitere Details zu erfahren.

 

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Partnerbetrieb Traumhaus Althaus und der Marktgemeinde Lustenau organisiert.

Fotonachweis: Caroline Begle, klartexter.in

Zuletzt aktualisiert am 25. August 2021