Photovoltaik FAQ: Installation und Dimensionierung
Wie groß soll eine PV-Anlage idealerweise sein?
Die ideale Größe einer PV-Anlage hängt vom Stromverbrauch, der Dachfläche und dem künftigen Bedarf ab. Als Faustregel gilt: etwa 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch liegt damit oft bei etwa 4 bis 6 kWp. Mit Wärmepumpe oder E-Auto ist meist eine größere Anlage sinnvoll
Wieviel Strom kann ich mit der PV-Anlage im Winter produzieren? Kann ich meine Wärmepumpe zur Gänze damit versorgen?
Im Winter produziert eine PV-Anlage deutlich weniger Strom als im Sommer. Gleichzeitig ist der Strombedarf einer Wärmepumpe dann besonders hoch. Eine vollständige Versorgung der Wärmepumpe nur mit PV-Strom ist im Winter daher meist nicht möglich. Ziel sollte vielmehr sein, über das Jahr insgesamt einen möglichst hohen Anteil des Wärmepumpenstroms mit der PV-Anlage abzudecken.
Ich habe keine Möglichkeit, eine PV-Anlage auf dem Dach unterzubringen. Kann ich sie auch an Balkon oder Fassade installieren?
Ja – beides ist grundsätzlich möglich:
Balkonkraftwerke (steckerfertige Mini-PV): Sie sind vor allem für Mieter*innen oder als Ergänzung interessant. Solche Kleinanlagen können mit vergleichsweise geringem Aufwand genutzt werden, sofern die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen passen.
Fassaden-PV: Sie liefert meist weniger Jahresertrag als eine optimal ausgerichtete Dachanlage, kann aber besonders bei tiefem Sonnenstand – etwa im Winter – interessante Erträge bringen. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Dach nicht geeignet oder nicht verfügbar ist.
Wichtig sind in beiden Fällen die baulichen Voraussetzungen, die elektrische Ausführung sowie gegebenenfalls die Abstimmung mit Eigentümergemeinschaft, Vermieter*in oder Behörde.
Wo installiere ich eine PV-Anlage am besten?
Am günstigsten ist in der Regel eine möglichst sonnige, wenig verschattete Dachfläche. Eine Südausrichtung mit etwa 30 bis 45 Grad Neigung gilt als energetisch besonders günstig. Aber auch Ost-West-Ausrichtungen können sehr sinnvoll sein: Sie liefern zwar meist etwas weniger Gesamtertrag, dafür aber eine gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag. Bei flachen Neigungen kann auf die Dachfläche mehr PV-Leistung installiert werden. Wichtig ist vor allem, Verschattungen durch Bäume, Kamine oder Dachaufbauten möglichst zu vermeiden, da sie den Ertrag deutlich reduzieren können.
Wie lange hält eine PV-Anlage?
PV-Module haben in der Regel eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren oder mehr. Ihre Leistung nimmt im Lauf der Zeit leicht ab; diese sogenannte Degradation liegt typischerweise bei etwa 0,3 bis 0,5 % pro Jahr. Nach 25 Jahren liefern viele Anlagen daher noch rund 85 bis 90 % ihrer ursprünglichen Leistung. Der Wechselrichter hat meist eine kürzere Lebensdauer und muss oft nach etwa 10 bis 15 Jahren ersetzt werden. Batteriespeicher halten je nach Technologie und Nutzung in der Regel ebenfalls etwa 10 bis 15 Jahre.
Wirkt sich eine PV-Anlage negativ auf die Statik des Gebäudes aus?
In der Regel nein. Eine PV-Anlage bringt zwar zusätzliche Lasten auf das Dach, diese sind bei geeigneten Dächern aber meist gut beherrschbar. Vor der Installation sollte trotzdem geprüft werden, ob Dachkonstruktion und Dacheindeckung dafür geeignet sind – besonders bei älteren Gebäuden.
Bei Flachdächern mit Ballastierung gelten andere statische Anforderungen als bei Schrägdächern. Ein seriöser Fachbetrieb berücksichtigt das in der Planung
Wie lange muss das Dach mindestens noch halten, damit eine PV-Anlage sinnvoll ist? Kann im Fall einer Dachsanierung eine bestehende Anlage ab- und wieder aufgebaut werden?
Da eine PV-Anlage in der Regel 25 Jahre und länger genutzt wird, sollte auch das Dach idealerweise noch viele Jahre in gutem Zustand bleiben – als Faustregel oft mindestens etwa 20 Jahre. Ist eine Dachsanierung in absehbarer Zeit geplant, ist es meist sinnvoll, diese vor der PV-Installation durchzuführen. Ein späterer Ab- und Wiederaufbau der Anlage ist technisch grundsätzlich möglich, verursacht aber zusätzliche Kosten, die in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden sollten.
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