Photovoltaik FAQ: Speicher- und Anlagenmanagement
Wie kann ich meinen Speicher so einstellen, dass er meinen Überschuss nicht zur Mittagszeit einspeist, sondern dann, wenn das Preissignal gut ist?
Dafür braucht es einen speicherfähigen Wechselrichter, meist in Kombination mit einem Smart Meter, sowie ein Energiemanagementsystem (EMS), das Preissignale verarbeiten und den Speicher gezielt laden und entladen kann. So kann überschüssiger PV-Strom zwischengespeichert und erst dann eingespeist oder genutzt werden, wenn die Strompreise günstiger sind.
Wie groß müsste der Speicher sein, damit ich mit meinem gesamten Überschuss tagesweise auf dynamische Preissignale reagieren kann?
Wie groß der Speicher dafür sein müsste, hängt vom täglichen Überschuss ab: Wer zum Beispiel 20 kWh Überschuss pro Tag vollständig verschieben möchte, braucht ungefähr 20 kWh nutzbare Speicherkapazität. An einem Sommertag produziert die PV bis zu 6 kWh je installierter kWp. Das wären bei einer 10 kWp Anlage etwa 60 kWh am Tag. In der Praxis sind dafür oft große Speicher nötig, weshalb bei Privathaushalten meist nur eine teilweise Optimierung sinnvoll ist.
Kostet eine Steuerung extra, die den Speicher "intelligent" macht? Wieviel? Wann amortisiert sie sich? Muss das bei neuen Anlagen vorgesehen werden?
Ja, eine intelligente Steuerung kostet meist extra. Je nach Funktionsumfang liegen die Kosten grob im Bereich von einigen hundert bis einigen tausend Euro, wobei viele moderne Wechselrichter bereits einfache Steuerungsfunktionen mitbringen. Eine Amortisation ist vor allem dann realistisch, wenn dynamische Tarife, variable Einspeisung oder ein hoher Eigenverbrauch gezielt genutzt werden; bei kleinen Anlagen ist der wirtschaftliche Nutzen oft begrenzt. Bei neuen Anlagen ist eine solche Steuerung nicht zwingend erforderlich, es ist aber sinnvoll, die Anlage technisch so auszulegen, dass sie später einfach ergänzt oder erweitert werden kann.
Was ist ein EMS? Muss ich so eines haben?
Ein Energiemanagementsystem (EMS) steuert den Energiefluss zwischen PV-Anlage, Speicher, Verbrauchern und Netz. Es kann zum Beispiel regeln, wann ein Speicher geladen oder entladen wird und wann bestimmte Geräte bevorzugt laufen sollen. Zwingend erforderlich ist ein EMS nicht, aber es kann den Eigenverbrauch deutlich verbessern – besonders in Kombination mit Wärmepumpe, E-Auto oder dynamischen Tarifen. Für einfache Anlagen reicht oft die im Wechselrichter integrierte Steuerung aus.
Kann ich auch ohne Batteriespeicher den Eigenverbrauch erhöhen bzw. die Netzeinspeisung bei schlechten Tarifzeiten reduzieren/vermeiden?
Ja – und das ist oft der günstigste erste Schritt. Durch Verbrauchsverlagerung, Warmwasserbereitung, den gezielten Betrieb einer Wärmepumpe oder das Laden eines E-Autos in den Sonnenstunden kann der Eigenverbrauch deutlich erhöht und die Netzeinspeisung reduziert werden – auch ohne Batteriespeicher. Ganz vermeiden lässt sich die Einspeisung in der Regel aber nicht.
Was ist ein netzdienlicher Speicher?
Ein netzdienlicher Speicher wird so gesteuert, dass er nicht nur den Eigenverbrauch im Gebäude optimiert, sondern auch das Stromnetz unterstützt. Er kann zum Beispiel dann Strom aufnehmen, wenn viel Strom im Netz oder aus der PV-Anlage verfügbar ist, und ihn zu Zeiten höherer Stromnachfrage wieder abgeben. Mit dem neuen ElWG werden die Rahmenbedingungen dafür schrittweise geschaffen. Für Privatpersonen ist das derzeit noch kein weit verbreitetes Standardmodell, es dürfte aber in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
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