Naturnaher Bau für Unternehmen

Wir vermitteln neutrale Energieberatungen und Förderberatungen rund ums Thema “Naturnaher Bau” für KMUs, Vereine, konfessionelle Einrichtungen und Gemeinden.

Informationen zu Beratungen für Gemeinden finden Sie hier.

Das Energieinstitut Vorarlberg vermittelt neutrale Energie- und Förderberatungen über seinen externen Beraterpool von Ingenieurbüros. Ingenieurbüros sind durch ihre Standesregel zu neutralen Beratungen verpflichtet.
Das Beratungs-Anmeldeformular finden Sie im Download auf der rechten Seite.

Was ist naturnahe Gestaltung am und rund um‘s Gebäude

Naturnah gestalten heißt, sich im Rahmen des Bauprojektes und der Außengestaltung an der Natur ein Vorbild nehmen, ihr bewusst Platz einräumen, Potentiale für die Natur am Standort erkennen und nutzen, dabei nachhaltig mit natürlichen Ressourcen haushalten und mit ökologisch guten Lösungen Kosten sparen.

Ziel ist es, einerseits für Menschen und Tiere einen attraktiven Lebensraum zu erhalten, zu schaffen und zu entwickeln, Retentionsräume zu schaffen, Kohlenstoffe am Standort zu binden und weitere Maßnahmen zu Klimawandelanpassung zu setzen.

Vorteile für Mitarbeiter, Natur und Betriebskosten

Der Außenraum eines Gebäudes birgt vielfach noch ungeahnte Potentiale für eine bewusste Nutzung. Eine ökologische Außengestaltung bietet für die Nutzer attraktive Wege- und Plätze, die zu Bewegung und Begegnung einladen. Parkplätze, Abstandsgrün und oberirdische Retentionsflächen können naturnahe gestaltet Erholungs- und Pausenräume für Mitarbeitende werden. Insgesamt zeugt ein naturnaher Bau von einem zukunftsorientierten Betrieb.

Aber auch das Thema Klimaschutz und Klimawandelanpassung spielt beim naturnahen Bau eine Rolle: Fassaden- und Dachbegrünungen unterstützen positiv das Raumklima im Gebäude und können so Kühlenergien einsparen. Zusammen mit Retentionsflächen auf dem Außengelände puffern Gebäudebegrünungen zudem Starkregenereignisse ab. Gewachsene humose Böden und artenreiche Ökosysteme sind zudem wichtige Kohlenstoffspeicher. 

Auch wirtschaftlich spricht vieles für den naturnahen Bau: eine naturnahe Gestaltung des Außengeländes ist nicht nur ökologisch, sondern auf Dauer pflegeleichter als intensiv-Begrünungen und als Wechselflor. Auf Düngung, Pestizide aber auch regelmäßiges Gießen kann verzichtet werden. Auch Gründächer rechnen sich, haben sie doch eine deutlich höhere Lebensdauer. Das Material unter der Kiesschicht normaler Dächer ermüdet durch hohe Temperaturschwankungen schon nach ca. 20 Jahren. Sedum-Dächer mit geringer Schichtdicke ermüden nach ca. 30 Jahren und Gründächer mit hoher Schichtdicke erst nach ca. 40 Jahren.

Das Beratungsmodul

Das Beratungsmodul „Naturnaher Bau für Unternehmen“ gliedert sich in zwei Schritte:

  1. Naturvielfalt-Check: Der Naturvielfalt-Check gibt einen allgemeinen Überblick über die Naturvielfalt-Potenziale auf dem Betriebsgelände und -gebäude. Der Standort, die Ausgangssituation und der Plan werden miteinander verglichen und bewertet. Auf Basis dieser Bestandsaufnahme werden mit dem Unternehmen Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet, weiterführende Informationen und Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt.
  2. Prozessbegleitung: Dazu gehört:
  • Zieldefinition mit Bauherr*innen, Architekt*innen, Nutzer*innen
  • Anforderung an Planung und Materialien: Dach, Fassade, Fenstergläser, Bodenbeläge, Pflanzenverwendung, . . .
  • Formulierung für die Ausschreibung
  • Anforderungen in der Bauphase: Bodenschutz, Baumschutz, Lebensraumschutz, . . .
  • Eventuell Anforderungen an Umsetzung und Pflege: Pflanzphase, Pflegeplan, . . .

Das Ergebnis für den Betrieb

Das beratene Unternehmen erhält einen Überblick über die vorhandenen Naturvielfalt-Potenziale am und rund um das Betriebsgebäude und erhält konkrete Optimierungsvorschläge für Erhalt und Entwicklung von Natur. Dazu gehört:

  • Dach- und Fassadenbegrünung
  • Naturnahe Gestaltung der Nutzflächen wie Parkplatz, Aufenthaltsräume, Abgrenzungen, Versickerungsmulden, . . .
  • Standortgerechte, regionaltypische Material- und Pflanzenwahl
  • Tierfreundliches Bauen
  • Oberirdische Retention
  • Pestizidfreier Unterhalt

In einem ausführlichen Beratungsprotokoll werden die erarbeiteten Maßnahmen dokumentiert und dienen dem Betrieb als Orientierungshilfe für eine naturnahe Planung und Gestaltung ihres Firmenareals. Diese sind nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und  Pflanzenarten, sie bieten auch für das Unternehmen selbst einen vielfachen Mehrwert – eine Win-win-Situation für Mensch, Wirtschaft und Naturvielfalt.

Umfang und Kosten

Die Beratung umfasst bis zu maximal 12 Beratungsstunden a 80 Euro und kostet den Betrieb damit maximal 960 Euro. Dreißig Prozent der Kosten werden vom Regionalprogramm Impuls3 aus Mitteln des Umweltministeriums und des Landes Vorarlberg zurückerstattet.

Das Beratungs-Anmeldeformular finden Sie im Download auf der rechten Seite.