E-Fahrzeuge am Bauhof Rankweil
Wilfried Amman zeigt, wie der Bauhof Rankweil den Umstieg Schritt für Schritt umsetzt.
Ein Praxisbeispiel vom Bauhof Rankweil. Wilfried Amman berichtet aus der Marktgemeinde Rankweil, deren Fuhrpark schrittweise elektrifiziert wird. Der Bauhof verfügt über sechs Nutzfahrzeuge, vier Traktoren und zwei Pkw; fünf davon fahren elektrisch, ab 2027 werden es sechs sein. Auch die drei Fahrzeuge von „Essen auf Rädern“ sind vollständig elektrisch unterwegs.
Elektrisch betrieben werden bewusst vor allem Fahrzeuge auf kurzen, pendelartigen Einsatzrouten. Dort arbeiten Dieselmotoren ineffizient, und die Partikelfilter werden durch den Kurzstreckenbetrieb stark belastet.
Die Fahrzeuge im Einsatz
- E-Kipper: Der erste größere E-Kipper des Bauhofs, ein Fahrzeug von Maxus, lief vier Jahre lang störungsfrei; danach traten Probleme an der Heizung auf. Als Nachfolger kommt ab Oktober 2026 ein Fuso eCanter mit Kippaufbau zum Einsatz. Ausschlaggebend waren der kleinere Wendekreis und die Möglichkeit, bis zu 1 kW Strom für Zusatzgeräte wie Wasserpumpen oder Streugutverteiler abzugeben. Bei Fahrzeugen dieser Größe sind die Führerscheinklassen und Gewichtsgrenzen genau zu beachten.
- Elektro-Geräteträger: Im Winterdienst ist ein elektrischer Geräteträger mit Schneepflug und Salzstreuer unterwegs. Er entlastet die klassischen Traktoren, gerade in Hanglagen und auf Radwegen. Im Sommer wird er mit einem Wassertank ausgerüstet und steht unter anderem für Waldbrandeinsätze bereit. Die Stromabgabe wurde von ursprünglich 300 bis 400 W auf 3 kW bei 400 V aufgerüstet. So lassen sich Geräte wie Bohrhammer oder mobile Beleuchtung direkt vor Ort betreiben.
- Müllfahrzeug: Ein kompaktes Elektro-Kommunalfahrzeug übernimmt die Abfallsammlung im Gemeindegebiet
- Handgeführte Geräte: Auch Rasenmäher, Freischneider, Heckenscheren und Laubbläser werden zunehmend mit Akku betrieben.
Laden und Sicherheit
Betrieblich überzeugen die E-Fahrzeuge vor allem dadurch, dass der Bauhof nicht mehr von Tankstellen abhängig ist und über Nacht laden kann. Für die zahlreichen Akkus der Handgeräte wurden spezielle Brandschutz-Ladeschränke mit Abluft installiert. Sie erfüllen die Anforderungen von Versicherung und Arbeitssicherheit.
Mitarbeitende gewinnen
Die Akzeptanz bei den Beschäftigten steigt laut Amman deutlich, sobald die Vorteile im Arbeitsalltag spürbar werden. Statt Fahrzeuge fest einzelnen Personen zuzuordnen, empfiehlt er ein ressourcenorientiertes Flottenmanagement, bei dem die Fahrzeuge je nach Aufgabe eingesetzt werden.