Ladeinfrastruktur planen: Was der ÓLE-Ladeplaner leistet

Wie viele öffentliche Ladepunkte braucht eine Gemeinde? Lena Schwarz von Österreichs Leitstelle für Elektromobilität (OLÉ, AustriaTech) stellt ein kostenloses Planungstool und die Förderinstrumente ab 2027 vor.

Der Ladeplaner

Der Ladeplaner der OLÉ richtet sich an Gemeinden bis 20.000 Einwohner*innen. Er berechnet, wie viele Ladepunkte bzw. Ladekapazität in einem bestimmten Zieljahr in der Gemeinde vorhanden sein sollten. Schwarz zeigte das am Beispiel der Gemeinde Altach. Das Ergebnis bietet eine sachliche Grundlage, um im Gemeinderat zu diskutieren, ob zusätzliche öffentliche Ladepunkte nötig sind.

Schwarz betonte jedoch, der Ladeplaner erleichtere nur den Einstieg ins Thema und ersetze keine professionelle Planung. Entscheidend sei nicht nur die Anzahl der Ladepunkte, sondern vor allem auch der richtige Standort: Wenige, gut platzierte Schnellladepunkte deckten den Bedarf meist besser als viele ungünstig gelegene AC-Ladepunkte. Auch lokale Gegebenheiten müssten berücksichtigt werden – etwa ein hoher Anteil privater Wallboxen.

Synergien nutzen, Bauvorhaben mitdenken

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur sollten Städte und Gemeinden laut Schwarz gezielt mit Energieversorgern, Unternehmen und der Immobilienwirtschaft zusammenarbeiten. Relevant ist dabei die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD): Sie verlangt bei Neubauten und größeren Renovierungen – für öffentliche wie für private Gebäude – Ladepunkte bzw. die Vorverkabelung von Stellplätzen. Netzanschluss und Lastmanagement sollten deshalb früh in die Planung einfließen.

Förderungen ab 2027

Eine Pkw-Förderung wird es voraussichtlich auch 2027 nicht mehr geben. Stattdessen sollen alle Maßnahmen über den Klima-Sozialplan (KSP) gefördert werden. Geplant sind nach aktuellem Stand zwei Programme – die Angaben stehen noch unter Vorbehalt:

  • EBIN SCF: Förderung emissionsfreier Busse samt Infrastruktur in Gebieten mit schwacher Mobilitätsversorgung, Budget 173,3 Mio. Euro
  • ENKU SCF: Förderung emissionsfreier Nutzfahrzeuge für Kleinstunternehmen, Budget 20 Mio. Euro
veröffentlicht 01.10.2026