Frage des Monats: Muss ich eine bestehende Gasheizung tauschen?
Immer wieder taucht in der Energieberatung die Frage auf, ob eine bestehende Gasheizung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt getauscht werden muss.
Die Antwort darauf lautet: In einem bestehenden Gebäude muss man eine funktionierende Gasheizung nicht tauschen. Und selbst wenn sie aus technischen Gründen ersetzt werden muss, kann grundsätzlich wieder eine Gasheizung zum Einsatz kommen.
Allerdings gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, die den Einbau von Gasheizungen im Neubau grundsätzlich untersagen und im Fall einer umfassenden Sanierung des Gebäudes zumindest erschweren.
Gasheizung im Neubau nicht mehr erlaubt
So ist laut dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz im Neubau die „Errichtung einer […] Anlage zur Wärmebereitstellung […], die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden können, unzulässig“. Es gibt Ausnahmen, die vor allem eine Art Übergangsbestimmung darstellen, zum Beispiel wenn ich bereits eine Baugenehmigung für eine Gasheizung erhalten habe, bevor das Gesetz in Kraft getreten ist.
Bautechnikverordnung erschwert Gasheizung bei umfassender Sanierung
Bei umfassenden Sanierungen des Gebäudes kommt die Bautechnikverordnung zum Tragen: In Vorarlberg (das Baurecht ist Ländersache) liegt der höchstzulässig CO2-Wert, der beim „Betrieb“ eines Gebäudes anfallen darf, seit 2024 bei 16 kg/(m²a). Das geht sich mit einer Gasheizung faktisch nicht aus, es sei denn, der Energiebedarf fürs Heizen ist extrem gering, und das Gebäude nutzt die Solarenergie zur Herstellung von Strom und Wärme umfassend. Aber gerade in diesem Fall würde sich zur Beheizung des Gebäudes ohnehin eine Wärmepumpe anbieten.
Gründe für den Ersatz bestehender Gasheizungen
Auch wenn keine Pflicht zum Ersatz bestehender Gasheizungen absehbar ist, gibt es gute Gründe, über den Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem zumindest nachzudenken:
- Strom und Biomasse sind regional verfügbar, was uns unabhängig und sicher macht. Im Gegensatz zu Gas, das auch in Zukunft aus dem Ausland importiert werden muss.
- Denn Fachleute gehen davon aus, dass die bestehenden Gasheizungen nicht wie oft „versprochen“ mit „grünem Gas“ beheizt werden können. Dafür ist das Biogaspotential in Vorarlberg und Österreich zu gering und die Herstellung von „grünem Gas“ zu aufwendig und damit teuer als Haushaltsenergie.
- Die Kosten für die Gasheizung werden vermutlich steigen: Gas aus Übersee ist teurer als das bisher aus Russland stammende billige Gas. Und die Anzahl der Gasheizungen in Vorarlberg sinkt, weshalb die Netzkosten auf weniger Nutzer aufgeteilt werden müssen.
Unsere Energieberatung hilft Ihnen produktneutral dabei, sich einen Überblick über die möglichen Alternativen zur Gasheizung zu verschaffen. Mehr Infos dazu finden Sie hier.