So machen Sie die Heizung fit für den Winter

Die Heizsaison hat begonnen. Wer seine Heizung jetzt überprüft und einige einfache Maßnahmen umsetzt, kann den Energieverbrauch senken, Heizkosten sparen und für ein angenehmes Raumklima sorgen. Schon kleine Handgriffe können einen großen Unterschied machen.

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Frau entlüftet eine Heizung mit einem Heizungsschlüssel

Kaum ist die Hitze halbwegs überstanden, soll man schon wieder an die Kälte des Winters denken? Schon, denn in typischen Haushalten macht die Heizung rund 70 % des Energieverbrauchs aus. Die Kosten dafür übersteigen die des Stromverbrauchs Ihrer Geräte bei Weitem. 

Das Gute daran: Mit einigen Maßnahmen machen Sie sich fit für den Winter und können Ihre Kosten in der kommenden Heizsaison deutlich reduzieren.

Gut zu wissen: Senken Sie die Raumtemperatur über die Heizperiode hinweg um nur 2 °C, reduziert sich Ihre jährliche Heizkostenrechnung um über 10 %. Das entspricht bei herkömmlichen Thermostaten mit einer fünfstufigen Skala dem Herunterdrehen von Stufe 3,5 auf Stufe 3.

Wichtig dabei ist:  Bei kalten Temperaturen aus Kostengründen auf das Heizen zu verzichten, ist aus gesundheitlichen Gründen keine Option. Denn das Heizen ist notwendig, um das Auskühlen der Wände und somit die Schimmelbildung in Ihren Wohnräumen zu verhindern. Das geht vor allem in Altbauten oder schlecht gedämmten Wohnräumen schnell. Temperaturen von dauerhaft unter 18 Grad sollten in Wohnräumen vermieden werden.

Gut durch die Heizsaison: 7 Tipps für weniger Heizkosten und mehr Wohnkomfort

Mit folgenden einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Heizung effizienter nutzen, Energie sparen, Ihre Heizkosten senken und gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima sorgen.

1 Heizkörper entlüften: So heizen Sie effizienter und sparen Sie Energie

Wird ein Raum trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm oder gluckert der Heizkörper womöglich? Das liegt vermutlich daran, dass sich im Heizkörper Luft angesammelt hat, sodass das Heizwasser nicht mehr richtig zirkulieren kann. Um das zu beheben, sollten Sie Ihre Heizkörper am besten einmal im Jahr entlüften. Das ist eine einfache Maßnahme, um Ihre Heizkosten dauerhaft zu senken. Sie benötigen lediglich einen Eimer und einen Entlüftungsschlüssel, der günstig im Baumarkt erhältlich ist.

Zum Entlüften finden Sie auf YouTube unzählige gute Videoanleitungen.

Gut zu wissen: Wenn Ihre Heizung kein Vierkant-Ventil hat, ist wahrscheinlich ein automatischer Entlüfter eingebaut. In diesem Fall entfällt das manuelle Entlüften.  

Wenn Sie keine Lust haben, Ihre Heizkörper jährlich zu entlüften, können Sie auch auf ein automatisches Entlüftungsventil umsteigen. Den Wechsel können Sie selbst durchführen, indem Sie die Heizung ausschalten und das alte Ventil durch den neuen Entlüfter inklusive Dichtung ersetzen. Schalten Sie anschließend die Heizung wieder ein und kontrollieren Sie Druck und Dichtheit.

2 Fenster abdichten: Zugluft stoppen und Energieverlust vermeiden

Sie spüren einen Luftzug, obwohl Ihre Fenster geschlossen sind? Dann sollten Sie diesen schnell beseitigen. Denn jeder noch so kleine Spalt sorgt dafür, dass Ihre Wohnräume wertvolle Wärme verlieren und die Heizung stärker arbeiten muss. Zudem gewinnen Sie an Behaglichkeit, wenn kalte Luftzüge der Vergangenheit angehören.

Sie können Ihre Fenster ganz einfach selbst mit Dichtstreifen aus Gummi oder Schaum abdichten. Schaumdichtungen sind zwar günstiger, halten jedoch oftmals nur zwei Jahre. Bei Kastenfenstern sollten Sie nur den inneren Fensterflügel abdichten. Ansonsten kann sich im Zwischenraum Kondenswasser sammeln und Schimmel verursachen. Alternativ können Sie bei Kastenfenstern auch Polster nutzen. Bei besonders undichten Fenstern helfen auch dicke Vorhänge, die nachts zugezogen sind, um weniger Wärme zu verlieren.

Gut zu wissen: Vergessen Sie beim Abdichten nicht die Türen zu unbeheizten Räumen wie Keller, Dachboden oder Treppenhaus zu schließen. Als Zusätzlicher Wärmeschutz helfen auch dicke Vorhänge zwischen beheizten und nicht beheizten Räumen.

3 Heizkörper reinigen: Mehr Heizleistung und weniger Energieverbrauch

Haben Sie Ihre Heizkörper schon einmal gründlich gereinigt? Wenn nicht, sind Sie nicht allein, sollten es aber für die kommende Saison angehen. Am besten eignet sich hierfür eine spezielle Reinigungsbürste, ein leicht angefeuchtetes oder ein trockenes Mikrofasertuch. Denn nur mit einer sauberen Heizung kann die Wärmezirkulation optimal erfolgen.

4 Elektronische Thermostate einbauen: Heizung effizient steuern und Heizkosten sparen

Oft laufen Heizungen den ganzen Tag, auch dann, wenn niemand zu Hause ist. Hauptsache es ist warm, wenn man dann tatsächlich zu Hause ist.  Mit programmierbaren Thermostaten können Sie das einfach vermeiden. Sie können solche Thermostate ganz einfach so einstellen, dass die Heizung angeht, kurz bevor Sie nach Hause kommen.

Programmierbare Thermostate sind bereits für wenige Euro im Baumarkt erhältlich und können ganz einfach an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Je nach Modell können Sie unterschiedliche Heizzeiten programmieren, beispielsweise ein warmes Bad unter der Woche ab 6 Uhr und am Wochenende erst ab 9 Uhr. Automatische Temperaturabsenkungen lassen sich nicht nur für die Nacht, sondern auch für beispielsweise die Arbeitszeit einstellen.

5 Heizungsdruck prüfen: So stellen Sie den richtigen Wasserdruck sicher

Für eine funktionierende Heizungsanlage ist ein bestimmter Wasserdruck erforderlich, egal, ob es sich um eine Gastherme, eine Ölheizung oder eine Wärmepumpe handelt. Den Druck können Sie selbst mithilfe des Manometers prüfen. Ist der Druck zu niedrig, kann die Wärmeverteilung nicht mehr ausreichend funktionieren. Ein Unterdruck kann auch zu Geräuschen und Korrosionsschäden führen.

Bei den meisten Heizungsanlagen liegt der ideale Druck im grünen Bereich zwischen 1 und 2 bar. Bewegt sich die Nadel am Manometer außerhalb dieses Bereichs, kontaktieren Sie am besten einen Fachbetrieb. Zum Beispiel für einen geförderten Heizungs-Check.

6 Regelmäßig warten, besser heizen: So bleibt Ihre Heizung effizient

Eine regelmäßig gewartete Heizung arbeitet effizienter und hilft dabei, dauerhaft Energie einzusparen. Beim Heizungs-Check prüfen Fachbetriebe nicht nur den allgemeinen Zustand der Anlage, sondern beispielsweise auch, ob die vorhandenen Betriebsparameter noch zu Ihren Tagesabläufen passen. Bei dieser Gelegenheit können auch veraltete Heizungspumpen ausgetauscht werden. Diese können nämlich erheblich für einen erhöhten Energieverbrauch verantwortlich sein.

Wenn in einem Zimmer der Heizkörper glüht, während er in einem anderen nur lauwarm wird und es ständig gluckert, obwohl die Thermostatventile überall auf drei gedreht sind, kann ein hydraulischer Abgleich durch einen Fachbetrieb erforderlich sein. Dabei wird sichergestellt, dass jeder einzelne Heizkörper die notwendige Menge an Heizungswasser erhält, um die gewünschte Wärme zu erzeugen. Dadurch funktioniert die Heizung effizienter und die ungleichmäßige Wärmeverteilung im Haus hat ein Ende.

7 Heizungsrohre dämmen: So vermeiden Sie unnötige Wärmeverluste

Sie wohnen in einem Einfamilienhaus? Einer der wichtigsten Punkte, um keine Heiz-Energie zu vergeuden ist die Dämmung der Heizungsrohre, die von Ihrer Heizanlage bis zu Ihren Wohnräumen führen. Insbesondere Leitungen, die durch unbeheizte Bereiche wie Keller, Dachböden oder Nebenräume verlaufen, geben unnötig Wärme ab. Diese Verluste summieren sich und treiben Ihre Heizkosten in die Höhe.

Mit passgenauen Rohrschalen können Sie diese Wärmeverluste jedoch einfach und kostengünstig vermeiden. Besonders wichtig ist das Dämmen der Rohre direkt am Kessel beziehungsweise im Heizraum. So gelangt die Wärme genau dorthin, wo Sie sie haben wollen: in Ihre Wohnräume. Kaum eine andere Maßnahme macht sich so schnell bezahlt. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie das sogar selbst erledigen. Mehr dazu finden Sie auf der Website unseres DIY-Projekts "Einfach dämmen".

Und noch ein Bonustipp

Sie haben herkömmliche Thermostate zu Hause und möchten, dass es schnell warm wird? Weit verbreitet ist der Irrglaube, dass Räume schneller warm werden, wenn das Thermostat voll aufgedreht wird. Das spielt jedoch keine Rolle bei der Schnelligkeit. Denn das Wasser im Heizkörper ist immer gleich warm. Bei einer höheren Thermostatstufe wird der Raum insgesamt wärmer (aber eben nicht schneller), was zu höheren Energiekosten führt.

Die Angebote der Energieberatung

Damit Sie gut durch die Heizsaison kommen, helfen wir Ihnen im Rahmen der Energieberatung:

  1. Für alle Energiefragen rund um Haus und Heizung steht Ihnen unser Energietelefon kostenlos zur Verfügung. Sie erreichen unsere Profis zu den Bürozeiten unter 05572 31 202-112 oder per E-Mail an energieberatung@energieinstitut.at.
  2. Der Heizungs-Check, der von einem Fachbetrieb Ihres Vertrauens oder von unserer Energieberatung durchgeführt und von der illwerke vkw mit 200,- Euro gefördert wird, hilft dabei, herauszufinden, ob die Heizung ordentlich läuft und die wesentlichen Parameter gut eingestellt sind. Details zum Heizungs-Check finden Sie hier.
  3. Geht die Heizung auf ihr Lebensende zu oder haben Sie keine Lust mehr, Öl oder Gas einzukaufen, hilft unsere Energieberatung dabei, die beste Alternative zu finden. Alle Infos zur Beratung finden Sie hier.

Diesen Beitrag haben wir zum großen Teil von klimaaktiv übernommen. Wir danken den Kolleginnen und Kollegen fürs Überlassen! Und empfehlen einen Blick auf diese Seite.

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veröffentlicht 16.10.2026