Wird der Ersatz einer elektrischen Nachtspeicherheizung gefördert?

Diese Frage ereilte kürzlich unsere Energieberatung. Die Antwort: Ja, aber man muss ein paar Dinge beachten. Welche, lesen Sie hier.

In unserer Rubrik "Frage des Monats an die Energieberatung" beschäftigen wir uns im Dezember mit Fragen zum Ersatz von elektrischen Nachtspeicherheizungen.

Wir heizen unser Haus mit elektrischen Nachtspeicheröfen. Wird der Austausch gefördert?

Ja, wenn entsprechend förderfähige Heizsysteme als Alternative zum Einsatz kommen. Dann gibt's Förderungen sowohl vom Land als auch vom Bund (solange Budget vorhanden ist). Denn der Ersatz von Stromdirektheizungen wird gleich gefördert wie der Tausch von Öl- oder Gasheizungen.

Was sind förderfähige Alternativen zu Nachtspeicheröfen?

Das sind alle Systeme, die auch als Alternativen zu Öl- oder Gasheizungen gefördert werden: Der Anschluss an ein Nahwärmenetz, Holz- oder Pelletsheizungen und natürlich Wärmepumpen. Der Haken: Alle diese Systeme werden nur als Zentralheizungen gefördert, brauchen also ein wassergeführtes Verteilsystem, das bei direkt elektrisch beheizten Gebäuden oft nicht vorhanden ist.

Kann ich überhaupt ein wassergeführtes System nachrüsten?

Der nachträgliche Einbau eines wassergeführten Verteilsystems ist in vielen Gebäuden mit mehr oder weniger großem Aufwand möglich. Hier gilt es, den konkreten Fall zu betrachten und die Möglichkeiten mit Energieberatung und/oder Fachbetrieb abzuklären. 

Wird das dann nicht quasi zur Kernsanierung?

Je unauffälliger das Verteilsystem ins Gebäude integriert werden soll, desto mehr Aufwand und Bautätigkeit ist logischerweise notwendig. Wer mit auf Putz verlegten Leitungen und Heizkörpern leben kann, hat sicher weniger Baustelle als beispielsweise beim Einbau einer Fußbodenheizung. In günstigen Fällen lassen sich aber auch Wandheizungen nahezu minimalinvasiv nachrüsten.

Warum lohnt es sich, über die Nachrüstung nachzudenken?

Einmal ins Gebäude eingebracht und richtig dimensioniert, eröffnet das Verteilsystem die gesamte verfügbare Palette an Heizsystemen und kann bei notwendigem Tausch oder Erneuerung des Wärmeerzeugers immer weiter verwendet werden. Wasser als sehr guter Wärmeträger ist ideal, um Heizungswärme gleichmäßig in die Wohnräume zu verteilen.  Großflächig auf Niedertemperatur basierende Systeme tun dies unauffällig und sorgen dadurch für maximale Wohnbehaglichkeit.

Wäre es nicht doch besser, Nachtspeicherheizungen durch Infrarot-Paneele zu ersetzen?

Bei selber Leistungsfähigkeit und Einsatzdauer der Systeme – sprich Nutzungsdauer und elektrische Leistungsaufnahme (in Watt) – kann kein Unterschied im Stromverbrauch erwartet werden. Infrarotpaneele sind, so wie Nachtspeicherheizungen auch, eine direktelektrische Heizung, bei der eine Kilowattstunde Strom über einen Widerstandsdraht in eine Kilowattstunde Wärme umgewandelt wird. Allerdings kann bei einer stark bedarfsorientierten Beheizung der Wohnräume und die – bedingt durch die geringe Speichermasse – rasche Reaktionszeit der Infrarot-Paneele der Strombedarf reduziert werden (weil eben auch weniger Wärme eingebracht wird). Ein Beispielfall wäre die Beheizung des Badezimmers nur während den Nutzungszeiten morgens und abends, während tagsüber keine Beheizung der Räumlichkeit erfolgt. Da Infrarotheizungen nicht sparsamer oder klimafreundlicher als Nachtspeicher- oder Gasheizungen, wird deren Einsatz nicht gefördert. Mehr Informationen zur Infrarotheizung finden Sie hier.

Für Fragen zum Heizungstausch steht Ihnen unsere Energieberatung am Energietelefon oder vor Ort im Rahmen einer Heizungswahlberatung (alle Infos hier) jederzeit gerne zur Verfügung.

Energietelefon

Energieberatung und Gebäudetechnik
T +43 5572 31 202 - 112
veröffentlicht 18.12.2025