Wohin mit der Wärmepumpe?
Bei der Platzierung von Luft-Wasser-Wärmepumpen spielen Schallschutz, Leitungsführung, Zugänglichkeit und Optik eine Rolle. Eine sorgfältige Planung sorgt für leisen Betrieb, hohe Effizienz und eine lange Lebensdauer der Anlage.
Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es als Monoblock- oder als Split-Systeme:
- Split-Wärmepumpen bestehen aus einer Außeneinheit, die die Umgebungsluft aufnimmt und das Kältemittel verdampft, und einer Inneneinheit, die die gewonnene Wärme ins Heizsystem einspeist. Die beiden Einheiten sind über Kältemittelleitungen verbunden.
- Monoblock-Wärmepumpen enthalten alle Komponenten in einem Gehäuse, das außen aufgestellt wird. Die Installation ist einfach, da nur Wasserleitungen ins Gebäude führen, und die Kältemitteltechnik werksseitig installiert ist.
Die Platzierung der Außeneinheit beeinflusst maßgeblich die Effizienz der Wärmepumpe, die Lebensdauer der Anlage sowie die Schallbelastung. Dabei können unterschiedliche Anforderungen im Spannungsverhältnis stehen: Eine Aufstellung direkt am Gebäude sorgt für kurze Leitungswege und damit geringere Wärmeverluste, kann aber höhere Schallimmissionen und ästhetische Einschränkungen verursachen. Die Platzierung hinter Sträuchern oder Sichtschutz verbessert zwar das Erscheinungsbild, kann jedoch den Luftstrom behindern und den Stromverbrauch erhöhen.
Geräuschentwicklung
Die Hauptgeräuschquelle von Luft-Wasser-Wärmepumpen ist der Ventilator, der die Außenluft per Unterdruck ansaugt und nach vorne wieder abführt. Aus diesem Grund sollte der Standort des Ventilators bei Split-Wärmepumpen beziehungsweise der gesamten Außeneinheit bei Monoblock-Wärmepumpen sorgfältig gewählt werden.
Zusätzlich können durch den Betrieb des Kompressors (auch Verdichter genannt) Schwingungen entstehen. Diese können sich über den Aufstellungsort hinaus über Boden, Fundament, Wände und Decken ausbreiten und in angrenzenden Wohnräumen als Körperschall wahrnehmbar sein. Daher sollten sowohl die Schallausbreitung als auch die Geräuschemissionen bereits in der Planungsphase umfassend berücksichtigt werden.
Grenzwerte: Die von den regionalen Behörden festgelegten Schallgrenzwerte dürfen nicht überschritten werden. In Vorarlberg gelten spezifische Regelungen für Luft-Wärmepumpen und ähnliche lärmerzeugende Anlagen. Da die Installation einer Wärmepumpe bewilligungspflichtig ist, muss im Bauverfahren nachgewiesen werden, dass diese Grenzwerte eingehalten werden. Dabei zählt nicht nur die Geräuschemission der Anlage selbst, sondern vor allem, wie sich der Lärm auf benachbarte Grundstücke und Gebäude auswirkt.
Windgeschützt aufstellen
Damit die Wärmepumpe bei der Installation im Freien effizient arbeiten kann, müssen Zu- und Abluft ungehindert strömen können. Zudem müssen sogenannte Luftkurzschlüsse vermieden werden, bei denen die Wärmepumpe die ausgeblasene (und abgekühlte) Luft sofort wieder auf der anderen Seite ansaugt. Luftkurzschlüsse reduzieren die Wärmeproduktion und die Jahresleistung der Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Gut zugänglich für Wartung und Reinigung halten
Die Wärmepumpe muss für Wartungen und Reparaturen frei zugänglich bleiben. Kleine Pflegearbeiten und Sichtkontrollen sollten nämlich regelmäßig stattfinden. Vor allem gilt es, die Gebläseöffnungen frei von Schmutz, Blättern und Schnee zu halten. Zudem sind ggfs. Filterwechsel nach Herstelleranweisung erforderlich.
Aufstellung am Boden
- Bei der Aufstellung am Boden sind ausreichende Abstände und ein stabiles Betonfundament erforderlich. Dieses sorgt für einen sicheren, ebenen Stand der Wärmepumpe und muss dem Gewicht des Geräts sowie den örtlichen Bodenverhältnissen angepasst sein.
- Zusätzlich ist ein frostsicherer Ablauf für das anfallende Kondenswasser notwendig – je nach Betrieb können bis zu 50 Liter pro Tag anfallen!
- Die Verbindungsleitungen zwischen einer außen aufgestellten Monoblock-Wärmepumpe und dem Heizsystem im Gebäude sollten gut gedämmt sein. Bei größeren Entfernungen zum Haus empfiehlt es sich, die Leitungen unterhalb der Frostgrenze im Erdreich zu verlegen.
- Pflanzen dürfen die Luftzirkulation nicht behindern. Der Standort sollte außerdem windgeschützt sein und im Winter nicht durch Schneeräumung oder Schneeverwehungen beeinträchtigt werden.
Energieinstitut Vorarlberg Ein Fundament sorgt für Standsicherheit. Es muss sach- und fachgerecht ausgeführt werden. Besonders wichtig ist der frostfreie Ablauf des Kondensats in der Kiesschüttung (B).
Montage an der Fassade
Die hängende Montage ermöglicht sehr kurze Leitungswege. Dadurch werden Wärmeverluste reduziert und die Effizienz der Wärmepumpe verbessert. Gleichzeitig kann diese Montageform optisch und akustisch anspruchsvoll sein. Aus Schallschutzgründen sollte ein möglichst großer Abstand zu Fenstern eingehalten werden. Zudem ist darauf zu achten, dass Schwingungen nicht auf die Gebäudewand übertragen werden, um störenden Körperschall zu vermeiden.
Montage auf dem Dach
Vor allem Flachdächer eignen sich gut, um Wärmepumpen platzsparend und meist kaum sichtbar zu installieren. Dabei sind jedoch einige Punkte zu beachten.
- Der Standort sollte gut zugänglich sein, damit Laub und Schnee regelmäßig entfernt werden können.
- Die Anlage so ausgerichtet werden, dass starker Wind den Lufteinlass möglichst wenig beeinträchtigt – idealerweise quer zur Hauptwindrichtung.
- Schneeansammlungen rund um die Wärmepumpe müssen vermieden werden, zum Beispiel durch geeignete bauliche Maßnahmen oder integrierte Reinigungs- und Abtauprogramme.
- Auch auf dem Dach müssen Schallabstände eingehalten werden, um Lärmbelastungen zu vermeiden.
- Besonders auf dem Dach gilt es, die hydraulische und elektrische Leitungsführung, insbesondere die Durchdringungen, sorgfältig zu planen und auszuführen.
Energieinstitut Vorarlberg
Tipps zur gestalterisch ansprechenden Platzierung
Gestalterische Aspekte stehen bei der Platzierung einer Außeneinheit häufig im Spannungsfeld zu Schallschutz und Effizienz. Dennoch lohnt es sich, diese Überlegungen einzubeziehen, bevor die Standard-Außeneinheit „halt irgendwo“ in der Nähe des Heizraums installiert wird.
- Unauffälliger Standort: Wählen Sie nach Möglichkeit einen Standort, der von wichtigen Blickpunkten aus nicht sofort sichtbar ist, beispielsweise an der Seite des Hauses oder hinter einem Nebengebäude.
- Passende Dimensionierung: Achten Sie auf die Größe der Außeneinheit. Eine zum Gebäude passende Dimensionierung kann dazu beitragen, dass die Wärmepumpe weniger aufdringlich wirkt. Aber: Große Außeneinheiten bedeuten mitunter weniger Lärm.
- Farbgestaltung und Verkleidung: Prüfen Sie, ob die Wärmepumpe in verschiedenen Farben erhältlich ist oder ob sie möglicherweise lackiert werden kann, um besser zur Umgebung und zur Fassadenfarbe des Hauses zu passen. Auch eine Verkleidung – etwa eine Haube aus Holz – kann das Erscheinungsbild deutlich aufwerten.
- Sichtschutz mit Bedacht: Elemente wie Zäune, Hecken oder Sträucher können die Anlage optisch kaschieren. Dabei ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass die Luftzirkulation nicht beeinträchtigt wird.
Info und Beratung
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Unsere Energieberatung informiert produktneutral und praxisnah bei allen Fragen rund um die Heizungswahl. Alle Infos unter www.energieinstitut.at/energieberatung - Ersetzt die Wärmepumpe ein fossiles Heizsystem, gibt‘s großzügige Förderungen von Bund und Land. www.energieinstitut.at/foerderungen
