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Mit Elektromobilität können Betriebe massiv Kosten sparen

Live im Betrieb bei GIKO Verpackungen

Live im Betrieb bei GIKO hörten die Besucher von konkreten Möglichkeiten, die Elektromobilität im Unternehmen zu steigern.

Mitten in Weiler befindet sich mit der Firma GIKO ein Pionier in Sachen ökologisches Handeln. So wurde bereits 1990 ein Fiat Panda in Eigenregie und mit viel Engagement zu einem Elektroauto umgebaut. Zunächst noch ohne Heizung – daran hat zu Beginn noch niemand gedacht. Der erste Winter hat dann aber gezeigt, dass man weiter Hirnschmalz investieren muss, und kurz darauf war auch dieses Problem gelöst. Auf dem Firmendach wurde alsbald eine PV-Anlage installiert, um damit den Strom für das Auto selbst herzustellen. „Ganze 200.000 km sind die Mitarbeiter des Unternehmens mit dem Panda umweltfreundlich unterwegs gewesen“, berichtet GIKO Geschäftsführer Martin Giesinger den Besuchern von Live im Betrieb.

„Ganze 200.000 km sind die Mitarbeiter des Unternehmens mit dem Panda umweltfreundlich unterwegs gewesen“, berichtet GIKO Geschäftsführer Martin Giesinger den Besucher von Live im Betrieb.

Heute haben die eAutos die Bastlergarage längst verlassen und sind marktreife Serienautos geworden. GIKO hat zwei Autos im Einsatz: einen Renault Kangoo und einen BMW i3. Die Autos werden von den Mitarbeitern sehr geschätzt und gerne verwendet. Mit beiden Fahrzeugen werden fast 1.000 km pro Monat zurückgelegt.

Im Fahrzeug-Pool kann sehr viel Geld und Energie gespart werden

Es gibt einige gute Gründe, warum Elektromobilität deutlich besser ist als Konventionelle, berichtet Christoph Breuer von Kairos.

  • Strom kann lokal und erneuerbar hergestellt werden – das wird bei Fossilen nie möglich sein. Mit lokal erzeugtem Strom einher geht auch eine größere Unabhängigkeit von politisch instabilen Ländern und die Chance auf regionale Wertschöpfung.
  • Die Luftbelastung durch NO2 kann sehr gut reduziert werden. Menschen, die an Asthma erkrankt sind und unter Allergien leiden, würden davon profitieren.
    Die Belastungs-Hotspots in Vorarlberg sind Feldkirch, Lustenau und Höchst.
  • Die Reduktion von CO2 ist durch Elektroantriebe sehr hoch. Damit besteht die Chance, die Klimaziele zu erreichen.
  • Während bei einem Benziner nur 19% der Rohölenergie auf der Straße ankommen, sind es beim Elektroauto 64%. Der Hauptgrund dafür ist der geringe Wirkungsgrad des Ottomotors selber. Die Energieeffizienz von E-Motoren ist unschlagbar.

Häufig werden eAutos für ihre geringe Reichweite kritisiert. Breuer gibt den Besuchern einen Zwischenbericht aus seinem momentan laufenden Projekt "Elektromobilität in Poolauto-Flotten". Darin wird basierend auf den tatsächlichen Bewegungsprofilen der Poolautos von drei großen Unternehmen in Vorarlberg (130 Autos gemessen mit GPS-Trackern) analysiert, welche Autos des Pools als Elektro-Variante dieselbe Dienstleistung für die Mitarbeiter erbringen könnten. Weitere Interessenten können sich melden, die Anzahl Autos im Pool spielt dabei keine Rolle.

Bisherige Zwischenergebnisse deuten auf ein erstaunliches Einsparpotential hin. So können in den teilnehmenden Betrieben rund 50% aller Fahrten mit Elektroautos der heutigen Reichweite zu weit geringeren Kosten durchgeführt werden.

eAuto-Boom in Vorarlberg seit der Steuerreform Anfang 2016

Man kann 2016 durchaus von einem Boom der Elektroautos in Vorarlberg sprechen, berichtet Stefan Hartmann von der VKW. Im ganzen Jahr 2015 wurden 102 eAutos neu zugelassen. In den ersten vier Monaten 2016 waren es bereits 108. Damit liegt Vorarlberg mit 2,2% Anteil an den Erstzulassungen österreichweit mit großem Abstand an erster Stelle.

Verantwortlich dafür sei die Steuerreform vom Jänner 2016. Dort wurden Elektroautos für Betriebe deutlich entlastet:

  • 0% Normverbrauchsabgabe
  • 0% motorbezogene Versicherungssteuer
  • Vorsteuerabzug bis € 40.000 Fahrzeugkosten möglich
  • Kein Sachbezug

Darüber hinaus gibt es Förderungen des Bundes solange der Fördertopf gefüllt ist. Einen aktuellen Stand des freien Förderungs-Budgets erhalten Sie hier. Alle Punkte zusammen haben bewirkt, dass derzeit etwa 90% der Erstzulassungen von Betrieben vorgenommen werden.

Batterien entwickeln sich beständig

Interessant ist die Entwicklung in der Batterien Technik. So sinken die Preise für Batterien jährlich um 14%. Ihre Energiedichte steigt gleichzeitig um 12% pro Jahr, ebenso wie ihre Zyklen-Festigkeit um 12% pro Jahr. Prognosen gehen davon aus, dass ab einem Batteriepreis von weniger als $ 150,- pro kWh ein normaler, kommerzieller Massenmarkt möglich wird. Derzeit liegen wir etwa beim doppelten Wert (wobei die Preise noch 2005 beim Zehnfachen lagen).

Zur Orientierung, welche Gesamtkosten für ein Elektroauto anfallen, bietet sich ein Besuch auf der Homepage www.vlotte.at an. Dort befindet sich in der Mobilitätszentrale der Kostenrechner, der die Gesamtkosten incl. Wertverlust, Wartung und Energie im Vergleich zweier Autos kalkuliert. Erstaunlich ist, dass eAutos trotz höherem Anschaffungspreis für Privatpersonen ziemlich genau dieselben monatlichen Kosten verursachen wie Benzin und Diesel Autos. Macht man den selben Vergleich als Betrieb, steigt heute schon das eAuto günstiger aus.

Typ 2-Ladestation vs. Schnell-Ladestation für eAutos

Ein Aspekt, der im Moment noch zu wenig Aufmerksamkeit erhält, ist das Zusammenspiel von Ladesäule und eAuto. Die momentan häufig errichteten Ladesäulen nennt man Typ 2-Ladestation. Diese kosten in der Herstellung etwas € 8.000 und können mit 22kW Leistung ein Auto laden. Jedoch nur jene eAutos, die auch für diese Art von Ladestation gebaut sind. Die sog. Schnellladestationen, die sehr selten und in der Errichtung sehr teuer sind (rund € 30.000), können zwar mit 50kW Leistung dienen. Jedoch gibt es eAutos, die mit dieser Station gar nicht laden können und deswegen leer bleiben. Daher ein Tipp für alle Betriebe: starten Sie mit der Abklärung welche Ladestation bei ihnen errichtet werden soll. Erst anschließend wählen sie ein passendes eAuto dazu.

Ladesäule für Elektro-Fahrräder definiert

Auch für eRad-Ladestationen ist es gelungen eine akkordierte Empfehlung zu erstellen, so Martin Reis vom Energieinstitut Vorarlberg. Zwei Modelle werden in Zukunft im öffentlichen Raum zu sehen sein:

  • Modell „City“ der Fa. Stromport, stromport.com
    • beinhaltet absperrbare 220V-Steckdose, um eigenes Ladegerät anzuschließen
    • kostengünstig & robust
    • entwickelt und hergestellt in Vorarlberg
    • gut in eine Bügel-Reihe integrierbar
    • City- und Altstadt-tauglich
    • Radkeller-tauglich (Wandmontage)
  • Modell „Tourismus & Freizeit“ - bike energy der Fa. SonnenWerkstatt, sonnenwerkstatt.org
    • beinhaltet 3 bzw. 4 Steckplätze pro Station
    • ermöglicht Netzteil unabhängiges Laden über Adapter-Kabel. Adapterkabel kauft man selber (ca. € 60,- ) oder leiht es beim Stationsbetreiber (Gasthaus, Jausestation, . . .) aus und trinkt dafür einen Radler
    • ermöglicht relativ schnelles Wiederaufladen

Auch Betriebe können diese Ladestationen für ihre Radabstellanlagen bestellen und installieren, wobei € 200,- Förderung pro E-Ladestation über die KPC erhältlich sind.