Die Wohnbauförderung unterstützt die Schaffung von Wohnraum nach sozialen, energieeffizienten und ökologischen Gesichtspunkten. Zusätzlich zu einer Basisförderung werden entsprechende Maßnahmen durch Boni belohnt. Einen kurzen Überblick finden Sie im Folgenden.

Die Wohnbauförderung wird in Form eines Darlehens gewährt. Die Laufzeit beträgt 35 Jahre. Es kann zwischen einer steigenden (von 0,5% bis 3,25%) und einer fixen Verzinsung (1,75%) gewählt werden. Die Höhe des Darlehens setzt sich aus der Basisförderung und den Boni zusammen. Diese wiederum sind in Euro pro Quadratmeter angegeben und werden mit der förderbaren Nutzfläche multipliziert.

Basisförderung

Die Basisförderung steht allen zu, die die formalen Kriterien zum Erhalt der Förderung erfüllen (österreichische Staatsbürgerschaft oder gleichgestellt, Hauptwohnsitz, Wohnbedarf, Einkommensgrenzen). Die Basisförderung beträgt zwischen 300,- (Einfamilienhaus) und 800,- Euro (Zu- oder Umbauten bzw. Ersatzneubauten) je Quadratmeter förderbarer Fläche.

Bonussystem

Boni, die soziale Aspekte berücksichtigen, sind ebenso wie Boni im Bereich Energie und Ökologie zur Festlegung der Förderhöhe relevant. Neben sozialen Aspekten (Kinderbonus und Einkommensbonus für Haushalte mit niedrigeren Einkommen) kommen auch energetische und ökologische Aspekte zum Tragen:

  • Energiespar- und Umweltbonus: Wird ein Gebäude besonders energieeffizient gebaut und bei der Materialwahl und der Gebäudetechnik darauf geachtet, möglichst wenig graue Energie einzusetzen und umweltbelastende Materialien so weit als möglich zu vermeiden, können bis zu 610,- Euro pro Quadratmeter förderbarer Nutzfläche lukriert werden.
    Die Verwendung von PVC-freien Fenstern und Innentüren, Holzfassaden und Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen wird mit bis zu 100,- Euro je Quadratmeter belohnt.
    Um bis zu 80.- Euro je Quadratmeter kann die Förderhöhe aufgestockt werden, wenn Maßnahmen zur Förderung von Fahrrad, E-Mobilität und Carsharing getroffen werden.
  • Verdichtungsbonus: Ab einer Baunutzungszahl von 54 wird ein zusätzlicher Bonus zwischen 50,- und 70,- Euro je Quadratmeter gewährt.
  • Bonus für kompakte Eigentumswohnungen und Hausstandsgründung: Um bis zu 275,- Euro je Quadratmeter erhöht sich die Förderung, wenn erstmailig kompakte Eigentumswohnungen mit niedrigen Errichtungskosten zur Hausstandsgründung erworben werden.

Weiters werden Boni für einbruchshemmende Fenster und Türen, barrierefreies Bauen und für Gemeinschaftsprojekte zwischen öffentlichem und privatem Wohnbau gewärt.

Mindestanforderungen

Energetische Mindestkriterien sind in der Wohnbauförderung ab der Richtlinie 2018/2019 nicht mehr festgeschrieben. Dafür wurden die Boni für energieeffizientes Bauen deutlich erhöht. Materialseitig gibt es jedoch einige Mindestanforderungen, die von allen Förderwerbern erfüllt werden müssen:

  • HFKW-freie Baustoffe bei Dämmung, Abdichtung und Installationen
  • PVC-freie Baumaterialien im Innenraum (ausgenommen Elektroinstallationen)
  • Alle für den Bau erforderlichen Hölzer (inkl. Fenster, Fußböden, Türen und Terassenböden) müssen aus nachhaltiger Gewinnung stammen. Bei der Verwendung von Hölzern von außerhalb EU-Europas oder der Schweiz muss das mittels FSC- oder PEFC-Zertifikat nachgewiesen werden.
  • Verputz mit maximal 6% Kunststoffanteil und zementgebundene Kleber

Details zu den Mindestanforderungen finden Sie in den Richtlinien im Anhang 1.

Zusatzförderungen von Land und Gemeinden

Je nach verwendetem Heizsystem können zusätzliche Fördermittel über die Energieförderrichtlinie in Anspruch genommen werden. Bei diesen Fördergeldern handelt es sich um nicht zurückzuzahlende Einmalzuschüsse. Es sind keine personenbezogene Kriterien einzuhalten sehr wohl aber die technischen Förderkriterien. Mehr zu den einzelnen Energieförderungen lesen Sie im Artikel über Energieförderungen.

Viele Gemeinden Vorarlbergs bieten als zusätzlichen Anreiz Förderungen beim Einsatz von Erneuerbarer Energie und für Energiesparmaßnahmen allgemein. Einen laufend aktualisierten Überblick finden Sie hier.

Wir empfehlen Ihnen: Informieren Sie sich frühzeitig über die Möglichkeiten der Wohnbauförderung. Werden sie bereits bei der Planung berücksichtigt, können die Fördermittel optimal ausgeschöpft werden. Das wirkt sich – trotz günstiger Zinssituation – positiv auf die Finanzierung Ihres Bauvorhabens aus. Die Förderprofis unserer Energieberatung stehen Ihnen von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 12 Uhr am Energietelefon unter 05572 31 202-112 zur Verfügung.