Die Sanierung eines Bestandsgebäudes eröffnet Möglichkeiten, kostengünstigen und zukunftsfähigen Wohnraum zu schaffen. Das Land Vorarlberg unterstützt im Rahmen der Wohnbauförderung thermische Sanierungen und Bestandserweiterungen von Wohngebäuden.

Die Sanierungsförderung des Landes bringt 2018 einige Neuerungen mit sich. Wie in der Neubauförderung seit 2014 gibt es nun auch bei der Sanierung pauschale Sockelbeträge, die durch Boni für verschiedene Maßnahmen “aufgefettet” werden können. Basis für die Sockelförderung ist die (thermisch relevante) Fläche der sanierten Bauteile – also Quadratmeter Wand, Fenster oder Decke. Die Boni werden als Pauschalbeträge je Quadratmeter Wohnnutzfläche des sanierten Objekts aufsummiert.

Die Förderung wird wahlweise als zinsgünstiges Darlehen über zwanzig Jahre Laufzeit (die ersten zehn Jahre zinsfrei, die zweiten zehn Jahre 1% Zins) oder als Barzuschuss in Höhe von 40% des möglichen Darlehensbetrags gewährt. Neben der grundsätzlichen Systemumstellung wurden zahlreiche Nachbesserungen und Anpassungen an den Stand der Bautechnik vorgenommen.

Neu ist auch, dass Bestandserweiterungen zu Wohnzwecken im Zuge einer Sanierung (also Zu- oder Anbauten) im Rahmen der Sanierungsförderung abgewickelt werden können (und nicht mehr über die Neubauförderung). Das verbessert die Fördersituation für Nachverdichtungen am Bestand deutlich.

1. Die Basisförderung

Wer an seinem Wohnhaus Bauteile wie Außenwände, Decken, Fenster thermisch verbessert oder die Heizanlage erneuert, kommt in den Genuss der Basisförderung. Neben dem Erfüllen persönlicher Förderkriterien (Einkommen, Wohnsitz etc.) ist der Einhalt von energetischen Mindestkriterien erforderlich, die geringfügig strenger sind, als das Baugesetz ohnehin vorschreibt. Die Basisförderung wird erhöht, wenn die Sanierung besonders energieeffizient ausfällt. Einige wenige ökologische Mindestanforderungen sind bei der Materialwahl einzuhalten.

Je Quadratmeter Bauteilfläche werden bei Dachsanierungen und Außenwänden bis zu 240,- Euro (inkl. Nawaro-Bonus) und bei Fenstern bis zu 770,- Euro (finkl. Sicherheitsbonus und zuzüglich 80,- Euro für außenliegenden Sonnenschutz) angesetzt.

Die Liste der förderbaren Sanierungsmaßnahmen wurde im Rahmen der Richtlinie 2018/19 deutlich erweitert. So zählen unter anderem auch Balkonsanierungen, Neuerschließungen durch Treppenhäuser, Kaminsanierungen und die Behebung von Wärmebrücken, die nicht im Energieausweis abgebildet werden, zu den Sanierungsmaßnahmen. Im Rahmen neuer Elektro-, Sanitär- oder Heizungsinstallationen können Fußböden, Bad- und WC-Verfliesungen sowie Innentüren abgerechnet werden*. Planungs- und Beratungshonorare wie Haustechnikplanung oder Bauleitung sind ebenfalls anrechenbar. Die Kosten werden als Bonus mit max. 360,- Euro je Quadratmeter sanierter Wohnnutzfläche angerechnet.

Für die Sanierung erhaltenswerter Wohnhäuser wird unabhängig von der energetischen Qualität der Sanierung ein Förderdarlehen bis zu 1.500,- Euro je Quadratmeter sanierter Wohnnutzfläche oder alternativ ein Einmalzuschuss über 40% der Kreditsumme, maximal aber 30.000,- Euro, gewährt.

2. Die Boni

Der Förderungskredit aus der Basisförderung kann durch verschiedene Boni aufgestockt werden.

  • Gesamtsanierungs- oder Nachverdichtungsbonus: Wenn gleichzeitig drei oder mehr Maßnahmen an der Gebäudehülle durchgeführt werden oder es sich um eine Nachverdichtung oder Umnutzung handelt, wird die Förderhöhe um 80,- Euro je Quadratmeter Nutzfläche erhöht.
  • Wird wenig graue Energie verbaut (Nachweis über Oekoindex OI-S-Wert), erhöht sich die Fördersumme um den Materialressourcenbonus in der Höhe von 120,- Euro je Quadratmeter Nutzfläche.
  • Wird ein gekauftes oder geerbtes Haus innerhalb von zwei Jahren ab Kauf oder Erbschaft saniert, wird ein Revitalisierungsbonus in der Höhe von 100,- Euro je Quadratmeter Nutzfläche gewährt.
  • 120,- Euro HWB-Bonus je Quadratmeter Nutzfläche werden für Sanierungen gewährt, die zu einem Heizwärmebedarf führen, der die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich unterschreitet.
  • Ein Einkommensbonus erhöht die Fördersumme für Bauleute mit geringeren Einkommen um bis zu 150,- Euro je Quadratmeter Nutzfläche.

Die aktuellen Richtlinien finden Sie auf der Landes-Website.

Die Energieberater am Energietelefon stehen Ihnen für Förderfragen unter 05572 31 202-112 von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 12 Uhr zur Verfügung.

 

*Im Rahmen neuer Elektro-, Sanitär- oder Heizungsinstallationen für das gesamte Haus bzw. die gesamte Wohnung  können Fußböden, Bad- und WC-Verfliesungen sowie Innentüren abgerechnet werden. Die Komfortanhebung einzelner Räume ist mit Ausnahme des behinderungs- bzw. krankheitsbedingten barrierefreien Umbaus von Sanitärräumen nicht Fördergegenstand der Wohnhaussanierung.