Sie haben eine Gasheizung – und denken darüber nach, sie zu ersetzen? Dann haben wir hier ein paar möglicherweise hilfreiche Informationen für Sie.

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Welches die beste Alternative zur Gasheizung ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Aber ein paar grundlegende Überlegungen wollen wir gemeinsam anstellen. Dabei orientieren wir uns an den Gründen des Wechsels:

  • Kosten
  • Unbehagen mit dem Energieträger
  • Heizung am Ende der Lebensdauer
  • Klimaschutz

Aus rein wirtschaftlichen Gründen lohnt ein Wechsel in der Regel nicht

Das Thema Wirtschaftlichkeit haben wir relativ schnell abgehakt: Wer aus rein rechnerischem Kalkül eine Alternative zur Gasheizung sucht, wird nicht fündig werden. Denn der Umstieg nur aus Kostengründen lässt sich kaum darstellen, wenn die Gasheizung und das Gebäude vielleicht erst zehn oder 15 Jahre alt sind. Dafür ist die neue Heizung zu teuer (Pellets und Luftwärmepumpe derzeit in der Regel beginnend bei 25.000,- Euro, Förderungen bereits abgezogen) und der Energieverbrauch zum Gegenrechnen zu niedrig. Auch wenn Alternativen zur Gasheizung derzeit attraktiv gefördert werden.

Überlegungen zum Wechsel aus einem der anderen Gründe – sei es das Unbehagen mit Gas als Energieträger, eine Heizung, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt ist und getauscht werden muss, oder ökologische Beweggründe – hängen entscheidend vom Gebäude ab.

Unbehagen, Heizung am Ende, mehr Klimaschutz? Alternativen zur Gasheizung hängen vom Gebäude ab

Ist das Gebäude mit Flächenheizungen ausgestattet, also zum Beispiel mit einer Fußbodenheizung, und liegt die Vorlauftemperatur unter 40 Grad, dann sind alle gängigen Systeme denkbar, von der Luft-Wasser-Wärmepumpe bis zur Pelletsheizung.

Diese beiden sind in der Praxis auch die gängigsten Alternativen zu Öl- und Gasheizungen. Sie haben einiges gemeinsam – sie liegen nach Abzug der Förderungen preislich derzeit auf etwa demselben Niveau, beide funktionieren vollautomatisch und mit hohem Bedienkomfort. Und beide sind – gut geplant und richtig eingesetzt – eine ökologische Verbesserung gegenüber dem Status quo Öl oder Gas.

In einem wichtigen Punkt unterscheiden sie sich aber wesentlich: Die Wärmepumpe – und da insbesondere die Luftwärmepumpe – funktioniert nur dann effizient und günstig im Betrieb, wenn die Vorlauftemperatur im Heizsystem unter 40 Grad liegt. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn das Gebäude einen guten Energiestandard aufweist und mit einer Fußboden- oder Wandheizung ausgestattet ist.

Die aktuelle Vorlauftemperatur Ihrer Heizung finden Sie übrigens meistens an der entsprechenden Anzeige an Ihrer Gastherme heraus.

Bei Vorlauftemperaturen über 40 Grad reduzieren sich die Möglichkeiten

Liegt die Vorlauftemperatur über 40 Grad, das ist ziemlich sicher dann der Fall, wenn Sie über Radiatoren heizen – wird die Wärmepumpe nicht mehr gefördert. Auch wenn sie nicht schon bei 41 Grad ineffizient und unökologisch ist. Moderne Wärmepumpen funktionieren auch bei höheren Vorlauftemperaturen gut. Allerdings nimmt die Effizienz mit zunehmender Vorlauftemperatur deutlich ab – und es bleibt dann als Alternative eine Biomasseheizung, also Stückholz oder Pellets, die in Bezug auf die Vorlauftemperatur unkritisch ist.

Werfen Sie dazu auch einen Blick auf unsere Heizungsmatrix.

Da aber insbesondere Pellets trotz kompakter Pufferspeicher und platzsparender Gewebetanks deutlich mehr Raum erfordern, als die bisherige Gasheizung, ist ein Umstieg auf Pellets aus Platzgründen mitunter nicht möglich.

Nahwärme als Alternative immer attraktiv – macht sich aber leider (noch) rar

Dann muss man auf die dritte Alternative hoffen, die unabhängig vom Gebäudestandard funktionert: den Anschluss an ein Nahwärmenetz.

Ob Sie in der Nähe eines Netzes liegen, können Sie im Vorarlberg Atlas online herausfinden.

Viele Netze werden derzeit ausgebaut, außerdem werden in vielen Gemeinden Pläne gewälzt, neue Netze zu errichten oder bestehende zu erweitern.

Das wäre dann quasi der Jackpot für den Ausstieg aus Gas: das platzsparende und ökologische Susi-Sorglos-Paket.

Bis zur Anschlussmöglichkeit an ein Nahwärmenetz können Sie mit 100 % Biogas einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Neben den genannten gibt’s natürlich noch zahlreiche Nischenalternativen: Den Ofen im Wohnzimmer zur Kachelofen-Ganzhausheizung aufzuwerten, beispielsweise. Oder sich mit den Nachbarn zu einer Heizzentrale zusammen zu schließen.

Unser Online-Helfer „Hexit“ hilft Ihnen, grundsätzliche Überlegungen zur neuen Heizung anzustellen.

Noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Der Wechsel von Gas auf ein alternatives System aus rein wirtschaftlichen Beweggründen wird in der Regel nicht aufgehen.
  • Wird die Gasheizung aus weiteren Gründen getauscht, hängen die Alternativen vor allem vom Bestandsgebäude ab. Je niedriger die Vorlauftemperatur, umso mehr Alternativen sind sinnvoll.
  • Liegt die Vorlauftemperatur über 40 Grad, muss entweder auf eine ungeförderte Wärmepumpe mit bescheidener Effizienz – oder ein Biomassesystem zurückgegriffen werden.
  • Kann an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden, ist das als Alternative zur Gasheizung auf jeden Fall eine genauere Betrachtung – und im Bedarfsfall auch etwas Geduld wert.

Und natürlich soll immer Platz dafür sein, statt über eine neue Heizung darüber nachzudenken, die thermische Qualität des Gebäudes zu verbessern und den Energiebedarf zu reduzieren. Dabei sind wir Ihnen gerne behilflich.

Zuletzt aktualisiert am 4. April 2022