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Strohbautechniken

Hier bieten wir Ihnen eine kurze Übersicht über die gängigsten Strohbautechniken an.

Vorgefertigte Elemente

Strohdämmplatten

Strohdämmplatten werden aus verdichteten Stroh und oft ohne Zusatz von Bindemitteln hergestellt. Die Platten sind in unterschiedlichen Stärken auf dem Baumarkt verfügbar und können als Vorsatzschalen, Putzträgerplatten oder Außen im Wärmedämmverbundsystem eingesetzt werden. Oft werden die Strohdämmplatten mit einer dünnen Außenschicht aus Karton umhüllt.

Vorgefertigtes Holz-Strohelement

Stroh findet gerne als Dämmstoff in vorgefertigten Bauelementen eine Anwendung. Es handelt sich hier überwiegend um vorfabrizierte Holzrahmen- und Holzkastenelemente, die entweder mit Strohballen oder Einblasstroh gefüllt sind. Systeme mit integrierter Lehmputzschicht sind mittlerweile auch auf dem Baumarkt verfügbar.

Stroh als Dämmung

Decke und Boden

Beim Bodenaufbau oder Deckenaufbau werden die Strohballen zwischen die Sparren gelegt und auf beiden Seiten verschalt. Bei der Verschalung ist zu beachten, dass bei der Verwendung von OSB-Platten, jene innen/oben verbaut sind während die Äußere/untere Konstruktion diffusionsoffen bleibt. Eine beidseitige Verschalung mit OSB-Platten ist auch möglich, sobald diffusionsdichtere Schichten wie Estrich oder Fliesen verwendet werden. Eine strohgedämmte Bodenplatte ist im Idealfall um die 50cm unterlüftet. Um die Feuchtigkeitsbildung in jenen Zwischenraum zu reduzieren wird der gewachsen Boden mit 10cm Schotter gefüllt.

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Strohballenboden

Dach

Strohballendächer können über eine Doppelständerkonstruktion ausgeführt werden. Diese wird im Anschluss beidseitig mit einer Rauschalung beplankt.

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Strohballendach

Ständerkonstruktion

Oft wird Stroh als nichttragender Dämmstoff in die Zwischenräume einer Holzrahmenkonstruktion gesetzt. Hier unterscheidet man zwischen einer einfachen Ständerkonstruktion (oder Hybridsystem) und einer doppelten Ständerkonstruktion.

Bei einer einfachen Ständerkonstruktion werden die Strohballen als aussteifende Elemente zwischen die lasttragenden Ständer gesetzt und entweder verputzt oder mit einer Schalung beplankt. Diese Technik findet oft beim Sanierungsvorhaben Anwendung.

In einer doppelten Ständerbauweise wird das Stroh hingegen in die geschlossene Rahmenkonstruktion eingeblasen oder als Ballen zwischen die Steher eingebaut. Bei Letzteren erfolgt die lückenlose Ausfüllung der Zwischenräume durch die natürliche Expansion des Materials in die Längsrichtung (nach dem Abschneiden der Spannschnüre). Lücken können aber auch durch leichtere Strohballen gefüllt werden. Eine oft kostengünstigere und schnellere Alternative zum Aufbau vor Ort ist die Vorfertigung der strohgedämmten Bauteile im Zimmereibetrieb.

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Holzrahmenbau mit Stroh als Wärmedämmung

Lasttragender Strohbau

Die Strohballen werden versetzt gemauert und mit Holz oder Bambusstangen versteift. Die natürliche Setzung der Ballen kann durch Druckausübung von außen (Gurte, Pressen, Klammern) oder von oben (Gewichte am Dach) herbeigeführt werden.
Für den lastabtragenden Strohbau eignen sich Großballen (190-200kg/m3) besonders gut, da sie höher belastbar sind. Allerdings beanspruchen die Wände durch die hohe Masse auch mehr Platz.

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Lastragende Wand aus Großballen