Sowohl vom Bund als auch vom Land gibt es sehr interessante, unbürokratische und lukrative Förderungen für den Ersatz von Ölheizungen – auch für Mehrwohnungshäuser (ab drei Wohnungen).

So fördert das Land den Einbau einer Holzheizung, den Anschluss an eine Nah- oder Fernwärme sowie den Einbau einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe (Erdreich- oder Grundwasser).

Landesförderungen 2021

Los geht es nach den neuen Förderrichtlinen des Landes für 2021 bei 1.000,– Euro pro Gebäude plus 400,– Euro je Wohnung. Die maximale Förderung ist mit 50 % der Investitionskosten gedeckelt. Für die Förderung muss der Altbau keinen bestimmten Grenzwert hinsichtlich des Heizwärmebedarfs einhalten.

Ist das Gebäude älter als 10 Jahre und wird im Zuge des Einbaus eines der oben genannten Heizsysteme auch eine alte Öl- oder Gas-Zentralheizung oder eine Elektrodirektheizung wie Infrarot-Paneele oder Nachtspeicheröfen entfernt, dann kommen 4.000,– Euro als Förderbonus dazu. Bei allen genannten Beträgen handelt es sich um „einmalige verlorene Zuschüsse“, sprich: Es gibt geschenktes Geld. Insgesamt darf die Gesamtförderung inklusive dem “Bonus für den Ersatz fossiler Heizsysteme und Elektrodirektheizungen” 50 % der förderfähigen Kosten nicht überschreiten.

Öl raus auch aus dem Mehrfamilienhaus und die attraktiven Förderungen von Land und Bund mitnehmen.

Öl raus auch aus dem Mehrfamilienhaus und die attraktiven Förderungen von Land und Bund mitnehmen! Das Foto ist übrigens über zehn Jahre alt und zeigt den (fiktiven) Ölverbrauch der Wohnanlage vor (links) und nach (rechts) der Faktor-10-Sanierung an. Illustriert aber auch diesen Beitrag hervorragend.

Ein konkretes Beispiel durchgerechnet

Ein Mehrwohnungshaus aus dem Jahr 1973 hat eine Ölheizung. Im Gebäude gibt es 15 Eigentumswohnungen. Wie hoch ist die Förderung des Landes im Rahmen der Energieförderrichtlinie 2021, wenn die Ölheizung durch eine neue Pelletsheizung ersetzt wird und diese rund 53.000,– Euro inkl. Einbau, Lagerraum und Nebenarbeiten sowie Ausbau und Entsorgung der Ölheizung und Tanks kostet?

Für das Gebäude gibt es 1.000,- Euro plus 400,– Euro je Wohnung. Konkret also 1.000,– Euro + 15 x 400,– Euro = 7.000,– Euro. Hinzu kommen noch die 4.000,–Euro vom „Bonus für den Ersatz fossiler Heizsysteme und Elektrodirektheizungen“, so dass vom Land in Summe 11.000,– Euro an Fördermittel ausgezahlt werden. Da 11.000,– Euro weniger als 50 % der Investitionskosten sind (dies wären 50 % von 53.000,– Euro = 26.500,– Euro), wird der Förderbetrag auch nicht gedeckelt.

Bundesförderung für 2021 ist noch nicht bekannt, aber nehmen wir mal an, sie bliebe so, wie sie 2020 war

Neben dem Land fördert auch der Bund den Austausch von Ölheizungen gegen erneuerbare Heizsysteme. Dieser zahlte 2020 je Wohnung 1.000,– Euro, dafür aber keinen Basisbetrag für das Gebäude. Es wird davon ausgegangen, dass das auch 2021 nicht viel anders sein wird.

Ansonsten sind die Förderbedingungen ähnlich, außer dass anders als beim Land auch Luftwärmepumpen gefördert werden.

Die Förderung des Bundes wird bei 30 % der förderfähigen Investitionskosten gedeckelt. (Gilt für 2020)

Neue Heizung für 70,- Euro pro Wohnung

Die Förderung des Landes liegt bei den genannten 11.000,– Euro. Hinzu kommen noch (die für 2021 unbestätigten) Bundesförderungsmittel von 1.000,– Euro je Wohneinheit, also insgesamt 15.000,– Euro. Da dies weniger als 30 % der Investitionskosten von rund 53.000,– Euro sind, greift auch hier die Begrenzung nicht. Da die Mittel der Bundesförderung mit den Mitteln der Landesförderung kombiniert werden dürfen (für 2021 noch nicht bestätigt), können für den Heizungsaustausch bei dem Mehrwohnungshaus aus dem Jahr 1973 in Summe 26.000,– Euro erzielt werden.

Das heißt, dass bei diesem mittelgroßen Mehrwohnungshaus fast die Hälfte der Kosten für den Heizungstausch durch Fördermittel abgedeckt werden können, so dass nach deren Abzug noch 27.000,– Euro für die Eigentümer*innen übrig bleiben.

Teilt man dies durch die zu erwartende Lebenserwartung der Heizungsanlage (25 Jahre) sowie die Anzahl der Wohnungen (15 TOPs) sind es noch jährliche Kosten von 70,– Euro pro Wohnung für ein neues und nachhaltiges Heizsystem.

Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung bieten wir eine vom Land Vorarlberg finanzierte Heizungswahlberatung für Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser an. Für beide Gebäudetypen sind sowohl noch Fördergelder als auch Beratungskapazitäten vorhanden.
Ergänzend dazu bietet das Online-Tool „Heizrechner“ die Möglichkeit, verschiedene Heizsysteme finanziell miteinander zu vergleichen und hierbei auch die Förderungen zu berücksichtigen.