Acht herausragende Beispiele für nachhaltiges Bauen und Sanieren wurden Ende September von Umweltministerin Maria Patek mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Unter den Preisträgerinnen befindet sich mit der Volksschule Dorf in Lauterach auch heuer wieder ein Gebäude, das von uns im Rahmen des Servicepakets Nachhaltig:Bauen in der Gemeinde begleitet wurde.

Preisträger: Volksschule Dorf, Lauterach

Die räumliche und pädagogische Ausrichtung in eine zukunftsorientierte Bildungsstätte waren die ausschlaggebenden Gründe für den Umbau und die Erweiterung der Volksschule Dorf in Lauterach. Die Sanierung erfolgte nach einem räumlich pädagogischen Konzept: Raumtrennungen wurden aufgelöst und stattdessen ein Raumkontinuum mit Ecken und Nischen geschaffen. Auch im Außenbereich schließen viele Sitzflächen und Nischen an das Innenraumkonzept an.

Die Klassen sind in Clustern organisiert und um einen zentralen “Marktplatz” angeordnet, der mit je 250 m2 etwa gleich groß ist, wie die vier Klassen selbst. Jeder Klasse ist ein nicht beheizbarer, verglaster Wintergarten vorgelagert.

Ökologische Materialien für schadstoffarme Innenräume

Neben dem Einsatz ökologischer Baustoffe wie Massivholz und Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen wird auch ein konsequenter PVC-Verzicht umgesetzt. Mit den eingesetzten Produkten und durch ein sehr konsequentes Chemikalienmanagement sollen die Schadstoffe in den Innenräumen auf das minimalste reduziert werden. Das Dach des Gebäudes ist begrünt. Geheizt wird mit Nahwärme über die Fußböden. Automatische Nachtkühlung erfolgt mit Oberlichten und Fenstern. In den Klassen ist eine kontrollierte Be- und Entlüftung installiert.

Der Gebäudebereich mit den Clustern wurde mit 839 von 1.000 möglichen Punkten im Kommunalgebäudeausweis bewertet, der Trakt mit Turnhalle und Aula mit 930. Details zum Projekt finden Sie hier.

Neben der ausgezeichneten Lauteracher Volksschule waren drei weitere Gebäude nominiert, die ebenfalls über das Servicepaket Nachhaltig:Bauen in der Gemeinde begleitet wurden:

Nominierungen: Das Feuerwehrhaus Lustenau

zeichnet sich neben seinem imposanten Auftreten inbsesondere durch von außen unscheinbare Aspekte aus: Ein begrüntes Dach samt Photovoltaikanlage, eine ausgefeilte Tageslichtnutzung und durchdachten Schutz vor Starkegen als Anpassung an den Klimawandel. Details zum Feuerwehrhaus Lustenau finden Sie hier.

Kindergarten und Dorfsaal Mellau

Das Gebäude definiert eine neue Ortsmitte in der Bregenzerwälder Gemeinde und besticht durch den Einsatz von Baubuche (Buchenholz als Konstruktionsholz). Das ist vor allem darum bemerkenswert, weil die Buche als vor dem Hintergrund des Klimawandels resiliente (also anpassungsfähige) Baumart in Zukunft verstärkt aufgeforstet werden wird und daher auch Absatz finden muss. Das Gebäude wurde unter anderem daher auch mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2019 ausgezeichnet. Details zum Projekt finden Sie hier.

Schulen am See in Hard

Er ist zweifellos einer der spektakulärsten Schulneubauten im Land: der aus verschiedenen Clustern bestehende Schulcampus, der neben der Sporthalle am See in Hard errichtet wurde. Die Schule besticht neben vielem anderen durch kluge Lüftungskonzepte und Sonnenschutz mit Low-Tech-Ansätzen. Schön gestaltete Themenhöfe lassen den großen Gebäudekomplex abwechslungsreich erleben. Wie das Feuerwehrhaus Lustenau und das Gemeindegebäude in Mellau wurden auch die Schulen am See über das Servicepaket Nachhaltig:Bauen in der Gemeinde begleitet. Details zum Projekt finden Sie hier.

Bilder auf dieser Seite: Lauterach und Mellau Caroline Begle, Lustenau Reinhard Müller (wikimedia CC-BY-SA 4.0), Hard Petra Rainer