Die Kombination von Gründach und Photovoltaik ist eine eierlegende Wollmilchsau: mehr erneuerbarer Strom, verbessertes Mikroklima, ökologisch wertvoller Lebensraum und eine farbenprächtige Augenweide. Ein Plädoyer für die Kombination von grün und blau.

Photovoltaikanlagen sind aufgrund der sinkenden Errichtungs- und steigenden Strompreise mittlerweile auch im Kleinen sehr attraktiv. Gründächer speichern Regenwasser, filtern Schadstoffe aus der Luft und schützen die darunterliegende Dachhaut vor Hagel, UV-Strahlung und hohen Temperaturschwankungen.

In Kombination ergeben sich weitere Vorteile. Die Verdunstungskälte der Bepflanzung erhöht den Wirkungsgrad der Module, während durch die geringere Oberflächentemperatur am Dach gleichzeitig Energiekosten für die Kühlung der Räume eingespart werden können. Die PV-Module wiederum beschatten über aufgeständerte Module das Grün und schaffen einen abwechslungsreichen Lebensraum und damit eine höhere Biodiversität.

Ein verträgliches Paar: Extensive Dachbegrünung und Photovoltaik @Markus Gmeiner

Eine gute Planung bringt Grundach und PV leicht unter einen Hut

Die Kombination von Gründach und PV-Anlage funktioniert dann am besten, wenn bereits bei der Planung mögliche Fehler vermieden werden. Jedenfalls zu verhindern ist die Verschattung der Module durch die Pflanzen. Genügend Abstand zwischen den Modulreihen und zwischen Boden und Modulunterkante erschwert den Pflanzen, über die Modulflächen zu ragen, und erleichtert das gelegentliche Pflegen des Bewuchses.

Die schmalen Lücken am Giebel von Ost- West-Modulen, durch welche Pflanzen durchwachsen können, sollten geschlossen werden. Ebenfalls zu berücksichtigen sind Substrathöhen und -zusammensetzung, Beschattung und der Wasserabfluss über die Module. Alle drei können nämlich zu erhöhtem Pflanzenwachstum führen. Ein- bis zweimal im Jahr sollte das Dach einem Augenschein unterzogen und ggfs. gepflegt werden. Das gilt übrigens für alle Dächer.

Was tun, wenn nicht beides geht?

Mitunter ist die Kombination von Gründach und PV nicht oder nur sehr aufwändig möglich, beispielsweise bei zu hoher Dachneigung oder zu geringer statischer Sicherheit. Dann empfehlen wir, der Photovoltaikanlage den Vorrang zu geben und biodiversitätsfördernde Maßnahmen auf anderen Flächen umzusetzen, auf denen keine PV-Anlage errichtet werden kann/darf. Ein Hinweis am Rande: Photovoltaik und Begrünung können auch nebeneinander auf dem Dach geplant werden.

Mit gutem Beispiel voran

Die Praxistauglichkeit von begrünten Photovoltaikdächern ist durch Umsetzungen auch in Vorarlberg bewiesen. Insbesondere bei Kommunalgebäuden werden beide Systeme genutzt. Um die Anwendung von PV-Gründächern weiter zu fördern, empfehlen wir, die Umsetzung von begrünten Photovoltaikdächern in den Regionalen Entwicklungsplänen (REP) und Planungsinstrumenten zu verankern. Informationen dazu bietet unser Positionspapier „Photovoltaik und Gründach“. Weiters erleichtern Förderungen die Umsetzung begrünter Photovoltaikdächer sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen. Insbesondere im Neubau sollte der Kombination von PV und Gründach daher nichts mehr im Weg stehen.

Mehr Informationen zur Kombination von Gründach und Photovoltaik finden Sie hier.

Zuletzt aktualisiert am 16. Mai 2022